"Nehmt ihr uns ernst?" - Judith Williams irritiert Horst Lichter mit königlicher Klorolle

Bettina Friemel
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"Nehmt ihr uns ernst?" - Judith Williams irritiert Horst Lichter mit königlicher Klorolle

"Deutschlands größte Trödelshow" - völlig von der Klorolle! Unternehmerin und "Höhle der Löwen"-Investorin Judith Williams ließ Gastgeber Horst Lichter beim "Bares für Rares"-XXL-Special kurz an ihrer Ernsthaftigkeit zweifeln. Gelohnt hat sich ihr skurriler Auftritt auf Schloss Drachenburg dennoch.

Das war ja mal ein skurriler Auftritt: Beauty-Expertin Judith Williams und ihr Mann Alexander-Klaus Stecher stahlen mit ihrer königlichen Klorolle allen anderen Antiquitäten der "Bares für Rares"-Abendausgabe doch glatt die Show!

Dabei war auf Schloss Drachenburg am Mittwochabend einiges geboten, was Horst Lichter und den Zuschauern den Atem stocken ließ: Ein Flohmarktfund für 3 Euro entpuppte sich als "deutsche Elfenbeinschnitzkunst vom Feinsten" von Ferdinand Preiss, wie Albert Maier ehrfürchtig erwähnte. Sagenhafte 1.650 Euro sprangen für das fingerhohe Figürchen heraus. Ebenfalls vom Flohmarkt kam eine Glasvase von Émile Gallé in die Trödel-Show, die 1.100 Euro abräumte. Augen auf beim Flohmarktkauf, kann man da nur sagen!

Auch eine acht Kilo schwere Bronzefigur einer surrealen Eva von Paul Wunderlich wechselte für 2.600 Euro den Besitzer. Sogar 11.000 Euro gab es für ein Bild vom Golf von Amalfi von Franz Richard Unterberger aus dem Jahr 1870, um das sich die Händler direkt schlugen. "Haben Sie denn gewusst, was Sie da für einen Schatz haben?", gratulierte Wolfgang Pauritsch dem fassungslosen Verkäufer zur fünfstelligen Summe.

Russisches Silber aus dem Keller

Der totale Wahnsinn war eine ungeliebte Dokumentenmappe, die von der Verkäuferin im Keller auf der Sauna gelagert wurde. Der Experte Detlev Kümmel war entsetzt, denn die Antiquität war aus vergoldetem Silber und wurde im Jahr 1877 vom Hoflieferanten des Zarenhauses in Moskau angefertigt. "Wir sind hier bei 15.000 bis 20.000 Euro", sorgte Kümmel für ein Raunen im Schlosssaal. "Das ist ja der Wahnsinn. Ehrlich?" Die Verkäuferin war perplex und musste sich von Horst Lichter stützen lassen. Da hatte ihr Vater in den 30er-Jahren doch tatsächlich ein Schätzchen eingekauft, das zu schade für den Keller war. Unglaubliche 14.500 Euro kamen am Ende dabei heraus.

Den kuriosesten Verkauf lieferte dennoch Judith Williams. Als "Die Höhle der Löwen"-Investorin und Teleshopping-Fachfrau weiß sie natürlich, wie man Sch...önes zu Gold machen kann. Aber musste es denn gleich so plakativ sein? "Wenn ich das so sehe, das lässt mich doch denken: Nehmt ihr uns ernst?", fragte Horst Lichter beim Blick auf eine alte Klopapierrolle. Das sollte "die Klorolle einer Königin" sein, die Alexander-Klaus Stecher seiner Frau geschenkt hatte. Über einen Nachkommen des Butlers von Queen Alexandra von England kam der Moderator an die Antiquität. Angeblich hing sie einst im privaten royalen WC der Königin in Sandringham House. "Ich hab gefragt: Hatte die keine Parfümflaschen? Schöne Spiegel? Eine Haarbürste?", empörte sich Beauty-Expertin Judith Williams damals über das Geschenk unter der Gürtellinie. Der Knaller kam jedoch erst noch: Wenn man ein Blatt abriss, ertönte eine Spieluhrmusik mit verschiedenen Opernmelodien.

Judith Williams vertickt sogar ihr Klopapier

Sven Deutschmanek musste die Euphorie jedoch bremsen: "Ich hab gehört, es soll aus adliger Herkunft sein. Das glaub ich aber nicht. Es ist auch nicht so, dass diese Toilettenpapierhalter mit Spieluhr extremst selten sind." Mehr als 150 Euro war das Ding aus seiner Sicht nicht wert. "Dürfte man sagen, das Exponat war für den A....?", überlegte Lichter. Erst mal abwarten, denn der Hammer kam im Händlerraum!

"Wer hat schon die Klorolle einer Königin?", pries Williams ihr Verkaufsobjekt routiniert an. "Das ist ja ganz was Besonderes!", war Ludwig "Lucki" Hofmaier schnell überzeugt. "Skurril" fand es Wolfgang Pauritsch. "80 Euro is mir das Ding auf jeden Fall wert", legte Walter "Waldi" Lehnertz los. "Ich geb Ihnen 400 Euro", überbot Lucki mit einem Wahnsinns-Preis. War das schon das Höchstgebot? Mitnichten! Fröhlich ging es weiter. "Wir haben ja stellenweise noch Häuser mit nem Herz davor", wollte Waldi den Klopapierhalter unbedingt in die Eifel holen. Als Judith Williams den Händlern noch das zweilagige Klopapier aus ihrem eigenen Badezimmer schönredete, ließ er sich zu 800 Euro hinreißen. "Werden wir uns einig mit 800 Euro für das Stück Brett?" Lucki ließ ihm den Vortritt und lobte: "Sie sind eine gute, gute Verkäuferin."

Die "Enttäuschung" des Abends war übrigens ein Diamantring aus den 30er-Jahren. Wobei die Enttäuschung einzig beim Zuschauer lag. Denn die Verkäuferin war überglücklich mit dem Batzen Geld, den sie am ende in Händen hielt. Dr. Heide Rezepa-Zabel hatte den Wert des Rings zuvor auf 32.000 Euro geschätzt, die Händler ließen sich jedoch "nur" auf 16.000 Euro hochhandeln. So was kann's auch nur bei "Bares für Rares" geben ...