Neu im Kino: Wenn auch das Unwahrscheinlichste logisch erscheint

Eine Treppe, die man unendlich hinauf- oder hinabsteigen kann? Vögel, die sich ornamental in Fische verwandeln?

Wenn es neben der zeichnerischen Brillanz etwas gibt, das die weltweit anhaltende Faszination an M. C. Escher erklärt, dann wohl das: Dass in diesem Werk selbst das Unwahrscheinlichste gegen besseres Wissen logisch erscheint.

Wie prophetisch der Grafiker Maurits Cornelis Escher (1898-1972) dabei schon die Möglichkeiten des heutigen Animationsfilms voraussah, ist eines der vielen staunenswerten, dabei angenehm schnörkellos umgesetzten Details in Robin Lutz’ Dokumentarfilm „M. C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“.

Von der Niederlande über die Toskana bis zur Alhambra

Der Regisseur setzt den paradoxen Raum-Effekten sogar noch ein zeitdimensionales Krönchen auf: Er lässt Escher sein Leben selbst erzählen, als weile dieser noch unter uns. „Ich fürchte“, zitiert er den Künstler gleich zu Beginn, „es gibt auf dieser Welt nur eine Person, die einen guten Film über meine Drucke machen kann: Ich selbst“.

Ein Verfahren, das Peinlichkeiten eigentlich Tür und Tor öffnet. Chronologisch bewegt sich Lutz’ Film-Ich entlang von Eschers Briefen, Vorträgen und Tagebüchern durch die Jahrzehnte: von der unglücklichen niederländischen Schulzeit über die Toskana mit ihren Häuserwürfeln und die Fliesen in der Alhambra bis zu den Raubdrucken der Hippiebewegung, die sogar Escher vor ein unlösbares Rätsel stellen: Wie kann sich diese Generation für etwas interessieren, das so „verkopft und struk...

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