Neue Datenpanne: Trump-Schecks für Österreicher

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.
Weil sein Name auf den Hilfsschecks erscheinen sollte, verzögerte US-Präsident Donald Trump die Aussendung der Soforthilfe zunächst (Bild: AP Photo/Eric Gay)
Weil sein Name auf den Hilfsschecks erscheinen sollte, verzögerte US-Präsident Donald Trump die Aussendung der Soforthilfe zunächst (Bild: AP Photo/Eric Gay)

Um die Corona-Schecks von Donald Trump gab es einigen Ärger. Nicht so in Österreich, denn dort freuen sich über hundert überraschte Empfänger über das Hilfsgeld aus den USA.

Der Geldsegen aus Übersee flatterte bei zahlreichen Österreichern ins Haus, obwohl viele von ihnen überhaupt keine Beziehung zu den USA haben. Der Grund hinter den fehlerhaften Scheck-Versendungen dürfte eine weitere Datenpanne sein, wie sie schon in den USA zu kuriosen Auswüchsen geführt hatten.

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Ein Rentner aus dem oberösterreichischen Linz sprach mit dem ORF über den unverhofften Rentenzuschuss von Trump: “Ich mache den Briefkasten auf und sehe da drinnen plötzlich ‘United States Treasury’ und einen Scheck mit 1200 US-Dollar mit der Unterschrift des Präsidenten Donald Trump” beschrieb der 73-jährige seine Überraschung. Als er den Scheck zur Bank brachte, stellte diese tatsächlich die Rechtmäßigkeit fest und zahlte ihm das Geld aus.

Der Rentner hatte früher für kurze Zeit in den Staaten gearbeitet. Seine Frau, die noch niemals in den USA gewesen war, erhielt ebenfalls einen Scheck der Regierung. Wie der ORF berichtete, sind bei der Sparkasse in Oberösterreich schon 45 der US-Schecks eingelöst worden. Noch mehr Kunden waren mit den Schecks bei der Raiffeisen-Landesbank Oberösterreich aufgetaucht. Dort durften sich bereits 63 Österreicher über die umgerechnet 1015 Euro freuen.

1,1 Millionen Schecks für tote Amerikaner

Es ist der letzte Teil einer Verkettung von Pannen, die in den USA schon dazu geführt hatten, dass über eine Millionen verstorbener US-Bürger den Hilfsscheck der Regierung erhalten hatte. In einem Bericht des US-Gerichtshof heißt es, bis Ende April seien etwa 1,4 Milliarden US-Dollar an 1,1 Millionen Verstorbene gegangen. Das US-Finanzministerium und die Steuerbehörde hatten offensichtlich vor dem Verschicken der Schecks ihre Daten nicht mit den Sterbemeldungen der Sozialversicherungsbehörde verglichen.

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Schon zu Beginn der Auszahlungen gab es Ärger um die Schecks, weil sich die Produktion um mehrere Tage verschob, nachdem Donald Trump darauf bestanden hatte, dass sein Name hinzugefügt wurde. Die Soforthilfe war für alle US-Amerikaner mit einem Jahreseinkommen bis zu 75.000 US-Dollar gedacht. Eine einmalige Zahlung von entsprechenden 2400 Dollar konnten auch Paare beantragen, für jedes Kind gab es 500 US-Dollar dazu. Mit der Maßnahme sollte der wirtschaftliche Einbruch in Folge der Corona-Pandemie abgefedert werden. Die Trump-Regierung hatte dazu die Arbeitslosenhilfe erhöht, nachdem die Zahlen seit dem Beginn der Pandemie nach oben geschnellt waren.

Im Nachhinein wurden dann die Datenpannen bekannt, auf die nun auch die Zahlungen nach Österreich zurückzuführen sind. Eine Rückforderung des Geldes müssten die Scheckempfänger allerdings vermutlich nicht befürchten, der bürokratische Aufwand für die US-Behörden wäre wohl zu groß. Der Rentner aus Linz immerhin hat fest vor, das Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf der USA zurück zu bringen. In dem ORF-Bericht erzählte er, er wolle Urlaub in den USA machen, sobald die Reisbeschränkungen aufgehoben würden.

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