Neue Enthüllungsbücher: Giuliani und der Wahlbetrug

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Mit einigen Monaten Abstand zum Ende der Trump-Präsidentschaft kommen immer mehr Details ans Licht. Neue Bücher geben nun erneut einen erschreckenden Blick hinter die Kulissen.

Trump-Anwalt Rudy Giuliani bei seinem Auftritt am 6. Januar 2021 in Washington D.C.. Kurz danach stürmten Trump-Anhänger das Kapitol. (Bild: REUTERS/Jim Bourg)
Trump-Anwalt Rudy Giuliani bei seinem Auftritt am 6. Januar 2021 in Washington D.C.. Kurz danach stürmten Trump-Anhänger das Kapitol. (Bild: REUTERS/Jim Bourg)

Gleich drei Bücher erscheinen nun in den USA, die sich dem letzten Amtsjahr der Trump-Präsidentschaft widmen. Aktuell veröffentlichten die Washington Post-Journalisten Philip Rucker und Carol Leonnig ihr Buch "I Alone Can Fix It: Donald J. Trump's Catastrophic Final Year", übersetzt: "Ich allein kann es reparieren. Donald J. Trumps katastrophales letztes Jahr". Darin beleuchten sie besonders Rudy Giulianis Rolle nach der verlorenen Wahl. Trumps Vertrauter und persönlicher Anwalt soll die Legende vom Wahlbetrug maßgeblich hinter den Kulissen mitgesteuert haben.

Druck auf die Wahlkampfleiter

In dem Buch wird geschildert, wie ein angeblich angetrunkener Giuliani beim Wahlkampfleiter von Michigan anruft und Druck ausübt. Michigan gehörte mit seinen 16 Wahlmännern und einer wechselnden Ausrichtung zu den wichtigen sogenannten Swing States. Giuliani soll Bill Stepien am Telefon aufgefordert haben: "Sagt einfach, wir haben gewonnen." Doch dieser weigerte sich, da ein Großteil der Stimmen noch gar nicht ausgezählt war. Ebenso wie die Zuständigen in Pennsylvania, einem ebenfalls hart umkämpften Bundesstaat. Als schließlich ausgerechnet der Trump-nahe TV-Sender Fox News den Sieg für Joe Biden in Arizona verkündete, soll Giuliani außer sich gewesen sein. Er riet Donald Trump: "Geh raus und ruf sofort den Sieg aus. Du musst dich jetzt zum Sieger erklären."

Donald Trump. (Bild: Brandon Bell/Getty Images)
Donald Trump. (Bild: Brandon Bell/Getty Images)

Giuliani drängt Trump zu TV-Auftritt

Nachdem die Ergebnisse aus Arizona verkündet waren, kam es zu dem berühmten TV-Auftritt eines wütenden Trumps. Nachts um zwei verkündete er, wie ihm geraten worden war, den eigenen Wahlsieg aus dem Weißen Haus. Er sprach von einer "Schande für Amerika" und kündigte an, gegen die Wahlergebnisse juristisch vorzugehen. Was er dann auch mit der Hilfe Giulianis vielfach und ohne Erfolg tat. In dieser Wahlnacht-Rede sprach Trump den denkwürdigen und nachweislich falschen Satz: "Ehrlich gesagt haben wir diese Wahl gewonnen." So lautet übrigens auch der Titel eines weiteren Buches, das nun erschienen ist. In "Frankly, We Won This Election" schildert Autor Michael Bender die Geschehnisse der Wahlnacht und Giulianis Rolle darin ganz ähnlich. Und auch Michael Wolff, der mit "Feuer und Zorn" bereits einen Investigativ-Besteller über Trumps Weißes Haus verfasst hat, schließt sich der Bewertung von Giulianis Rolle in seinem neuen Werk "Landslide" an.

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Für Rudy Giuliani hat seine Verwicklung in das Anzweifeln der Wahlergebnisse bereits Folgen. Der ehemalige Bürgermeister von New York musste seinen Anwaltssitz im Juni abgeben. Gegen den 77-Jährigen wird weiter ermittelt. Donald Trump steht weiter hinter ihm und bezeichnete die Untersuchungen als "Hexenjagd". Gleichzeitig verbreitet er weiter die Falschbehauptungen von der gestohlenen Wahl. Zuletzt sprach Trump bei der konservativen CPAC-Konferenz wieder von dem angeblichen Wahlbetrug und kokettierte mit einer erneuten Kandidatur im Jahr 2024.

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