Neue Flüchtlingspolitik? Fake-Website trollt Horst Seehofer

Aktuell sorgt Horst Seehofer mit seinem “Masterplan Migration” für hitzige Debatten. Doch nun soll der Innenminister plötzlich seinen Kurs in Sachen Flüchtlingspolitik radikal geändert haben. Das verspricht zumindest seit Freitag eine Website. 

Nimmt die deutsche Flüchtlingspolitik eine neue Wendung? (Bild-Copyright: Markus Schreiber/AP)

“Deutschland nimmt bis Ende 2019 freiwillig alle Menschen auf, die im Mittelmeer aus Seenot gerettet werden”, heißt es auf der Website “Seebrücke des Bundes”. Und weiter: “Dafür setzen wir auf eine starke Zivilgesellschaft.” Als Initiator der Aktion wird Horst Seehofer genannt – eine radikale Wende für den Politiker, der bereits registrierte Flüchtlinge eigentlich an der Grenze abweisen will. Die Website, inklusive Logo des Bundesinnenministeriums, eigenem Facebook-Account, Twitter-Kanal und YouTube-Auftritt, macht seit Freitag die Runde im Netz – und erntete bereits erste positive Reaktionen.

Doch hinter der Aktion steht gar nicht der deutsche Innenminister, sondern laut der Plattform “bento” eine Gruppe aus Politikern, Aktivisten, Künstlern und Prominenten. Unter anderem soll Schauspieler und “Tatort”-Darsteller Jan-Josef Liefers dazugehören. Er hat angeblich auch das YouTube-Video eingesprochen, das als Werbeclip für die “Seebrücke des Bundes” auftaucht.

Mit der Fake-Seite verfolgen die Aktivisten ein ernstes Ziel: Wer sich von der “Seebrücke des Bundes” weiterleiten lässt, landet auf der Seite des gemeinnützigen Vereins “Seebrücke”. Dahinter steckt die Flüchtlingsinitiative “Mensch Mensch Mensch”. “Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und fordern von der deutschen und europäischen Politik sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch auf der Flucht sind”, heißt es dort.

Wer sich mit der “Seebrücke” solidarisieren möchte, soll das im Alltag mit oranger Kleidung oder Tüchern ausdrücken, die an Schwimmwesten erinnern. Eine erste Großdemo steht auch schon an: Am 07.07. geht es um 12 Uhr in Berlin am Neptunbrunnen am Roten Rathaus los.