Neue Mogelpackungen: TK-Beeren, Desserts, Kekse & mehr

Weniger drin, deshalb wird es teurer: Für fünf Produkte müssen Kunden nun tiefer in die Tasche greifen. Darunter auch ein Edeka-Artikel der Eigenmarke Gut & Günstig, für den der Preis um 60 Prozent steigt.

Versteckte Preiserhöhungen sind ein ständiges Ärgernis für Verbraucher. (Bild: Getty Images)
Versteckte Preiserhöhungen sind ein ständiges Ärgernis für Verbraucher. (Bild: Getty Images)

Die Mogelpackungsliste der Verbraucherzentrale Hamburg ist um fünf unrühmliche Kandidaten reicher. Bei denen wurden die Füllmengen reduziert, aber der Preis blieb gleich oder wurde nicht proportional zum neuen Gewicht angepasst.

Griesson Unsere Kekszeit

Im Paket Griesson Unsere Kekszeit der Griesson - de Beukelaer GmbH & Co. KG sind nur noch 397 Gramm statt wie zuvor 415 Gramm. Der Preis bleibt nach wie vor bei 3,69 Euro. Damit steigt der Preis für die Keksmischung um 5 Prozent.

Gegenüber der Verbraucherzentrale begründet der Hersteller die Füllmengenreduzierung mit zwei neuen Kekssorten, die in die Mischung aufgenommen wurden. Diese Änderung sei aus produktionstechnischen Gründen "leider nicht unter Beibehaltung derselben Füllmenge" möglich gewesen.

Söbbeke Sahnekefir

Eine Preissteigerung gibt es auch beim Bio-Sahnekefir der Molkerei Söbbeke GmbH. In den Bechern der Sorten Pfirsich-Maracuja, Mango-Vanille, Erdbeere, Blaubeere, Himbeere und Pflaume Walnuss sind nur noch 150 Gramm statt 200 Gramm enthalten. Der Preis wurde zwar von 1,09 Euro auf 0,89 Euro gesenkt, unterm Strich kostet das Produkt aber nun rund 9 Prozent mehr.

Als Grund gibt der Hersteller an, dass sich Kunden kleinere Mengen wünschen würden: "Der Verbraucher gönnt sich Genuss-Lebensmittel, aber bewusster und in kleineren Mengen. Diese Erkenntnis macht sich auch in den Absatzzahlen unseres 200g Bechers bemerkbar. Aus diesem Grund ist die Reduktion der Füllmenge auf 150g ein wichtiger Schritt für uns", erklärt die Molkerei Söbbeke gegenüber der Verbraucherzentrale.

Haribo Roulette

Schon ab 1. Juli hatte Haribo bei den Beuteln von Haribo Tropifrutti, Haribo Color-Rado und Haribo Goldbären die Füllmengen von 200 Gramm auf 175 Gramm reduziert. Bei der Sorte Haribo Pico-Balla sind seitdem nur noch 160 Gramm statt 175 Gramm drin.

Nun kommt die Sorte Haribo Roulette dazu, deren Füllmenge bei gleichem Preis von 0,99 Euro von 175 Gramm auf 150 Gramm reduziert wurde.

Allerdings ist die Füllmengenreduzierung im Falle von Haribo nicht klammheimlich geschehen. Das Unternehmen hat zum einen die Verpackungen entsprechend verkleinert und die Preiserhöhungen wegen gestiegener Rohstoffpreise auch offen kommuniziert.

Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass bei Haribo die Füllmengenreduzierung auch bei vielen weiteren Sorten durchgeführt hat.

Merl Verpoortoccino Dessert

Einer hochwertigeren Verpackung musste im Fall von Merl Verpoortoccino Dessert ein erheblicher Teil vom Inhalt weichen. "Hierzu wurde ein spezielles Sammlerglas entwickelt, dass die bisherige Plastikverpackung ablöst. Eine andere /geringere Füllmenge ist dem Glasdesign geschuldet", erklärt die Edmund Merl Feinkost GmbH & Co. KG gegenüber der Verbraucherzentrale.

Konkret bedeutet das: Im Plastikbecher waren 125 Gramm enthalten, im Glas nun nur noch 85 Gramm. Der Preis sank nicht proportional von 2,49 Euro auf 2,19 Euro. Somit zahlen Kunden nun 29,3 Prozent mehr für das Dessert.

Gut & Günstig Beerenmischung

Ein Drittel weniger enthält der Beutel Feine Beerenmischung der Edeka-Eigenmarke Gut & Günstig. Während der alte Beutel mit 750 Gramm noch zum Preis von 2,49 Euro zu haben war, kostet die neue Version mit 500 Gramm nun 2,65 Euro – macht alles in allem einen Preisanstieg von rund 60 Prozent.

Edeka verweist auf Anfrage der Verbraucherzentrale unter anderem auf die Qualität des Produkts: "Anders als der Wettbewerb setzen wir für unseren Artikel kanadische Wildheidelbeeren ein (statt Kulturheidelbeeren). Aufgrund von Ernteschwankungen und der stark gestiegenen Transportkosten aus Übersee haben sich die Produktionskosten deutlich erhöht, dies spiegelt sich im aktuellen Verkaufspreis wider."

Als Edeka-Zentrale gebe man auch nur eine unverbindliche Preisempfehlung vor, für wie viel das Produkt tatsächlich verkauft würde, sei Sache der selbstständigen Edeka-Kaufleute.

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

VIDEO: Mogelpackung des Jahres 2021