Neue Sammelklage gegen Pornhub

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Porno-Plattform unter Druck: Zuletzt hatten mehrere Kreditkartenanbieter den Gebrauch ihrer Karten für die Seite gesperrt. (Bild: Gabe Ginsberg/FilmMagic)
Porno-Plattform unter Druck: Zuletzt hatten mehrere Kreditkartenanbieter den Gebrauch ihrer Karten für die Seite gesperrt. (Bild: Gabe Ginsberg/FilmMagic)

Die Porno-Website Pornhub gerät weiter unter Druck. Eine Sammelklage wirft den Betreibern jetzt vor, nicht einvernehmlich entstandene sexuelle Inhalte bewusst gewerblich zu nutzen.

Es ist der nächste Schlag gegen eine der weltweit größten Anbieterseiten von Pornografie. Insgesamt 34 Opfer von sexueller Ausbeutung reichten eine Sammelklage gegen Pornhub ein. Darunter sind Minderjährige, Opfer von Vergewaltigung und Menschenhandel, sowie anderen nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen. Bisher hatte Pornhub die Verantwortung für derartige Inhalte immer zurückgewiesen.

Die Klage, die von der Anwaltskanzlei Brown Rudick am Donnerstag eingereicht wurde, richtet sich gegen den Mutterkonzern MindGeek, einen der größten Anbieter von Online-Pornografie. Wie CNN Business berichtet, kommen über die verschiedenen Plattformen des Konzern monatlich etwa 3,5 Milliarden Views zusammen.

"Es geht um Vergewaltigung, nicht um Pornografie"

In der Klage geht es nicht nur um Schadensersatzzahlungen für die Opfer, sondern auch um deren Schutz und einen Stopp der Verbreitung der Inhalte. Das Urteil könnte wegweisend für die Anbieter von Porno-Plattformen sein, sollten diese künftig rechtlich für die Inhalte hochgeladener Videos haften. Der Anwalt der 34 KlägerInnen, Michael Bowe, sagte Reportern gegenüber, die Online-Industrie verhalte sich wie ein "altmodischer Rotlichtbezirk" in dem alle geltenden Regeln nicht angewendet würden. In der Anklageschrift heißt es: "Dies ist ein Fall in dem es um Vergewaltigung geht, nicht um Pornografie." 

Nur eine der Klägerinnen war bereit, öffentlich aufzutreten, die anderen 33 bleiben anonym. Alle werfen jedoch Pornhub vor, Videos ohne ihr Einverständnis auf der Plattform veröffentlicht zu haben. Laut CNN prüft Pornhub die Vorwürfe. In einem Statement schrieben die Verantwortlichen der Plattform allerdings auch, die Vorwürfe, dass Pornhub eine kriminelle Organisation sei und Frauenhandel betreibe "wie die Sopranos" seien absurd und kategorisch falsch. 

Das Mutterunternehmen MindGeek hatte zuletzt im Dezember einen Rückschlag erlitten, als Mastercard, Visa und Discover die Kreditkarten ihrer Kunden für den Gebrauch auf Pornhub gesperrt hatten, nachdem die New York Times Vorwürfe über Kindesmissbrauch-Videos öffentlich gemacht hatte. Auf den öffentlichen Druck hin hatte die Seite neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt.

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