Neue Software: Berliner Polizei prüft Video-Gesichtserkennung

Ein automatisiertes Verfahren zur Gesichtserkennung klingt verlockend, birgt aber auch Gefahren, kommentiert Ulrich Kraetzer.

Die Berliner Polizei will verdächtige Personen auf Überwachungsaufnahmen künftig offenbar mithilfe eines Computerprogrammes identifizieren. Konkrete Pläne zum Kauf einer "Gesichtserkennungssoftware" gebe es zwar noch nicht. Die Polizei betreibe dafür aber "eine Marktbeobachtung", schreibt die Berliner Senatsverwaltung für Inneres auf eine parlamentarische Anfrage des innenpolitischen Sprechers der FDP, Marcel Luthe. "Wir müssen auf eine zeitgemäße Technik zurückgreifen können", sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel. Ein Einsatz könne aber nur im Rahmen des rechtlich Zulässigen erfolgen.

Keine vorschnellen Entscheidungen bei Gesichtserkennung

Die Deutsche Bahn will die computergestützte Gesichtserkennung bereits ab Herbst in einem sechsmonatigen Testlauf auf dem Bahnhof Südkreuz einsetzen. Die Überlegungen, die Technik auch für die Berliner Polizei einzusetzen, sorgen in der rot-rot-grünen Berliner Koalition für Ärger. "Wir sollten dem aufgeschlossen gegenüber stehen", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD, Frank Zimmermann. Linke und Grüne lehnen eine Software zur Gesichtserkennung hingegen ab. "Einem solch schwerwiegenden Eingriff in Persönlichkeitsrechte werden wir nicht zustimmen", sagte der Innenexperte der Linke, Hakan Tas. Die "Marktbeobachtung" für eine Software könne die Polizei sich sparen. "Die Erhebung und Speicherung von Fotos insbesondere von unbescholtenen Bürgern wäre ein Schritt in Richtung eines Überwachungsstaates, der mit uns nicht zu machen ist", sagte d...

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