Neue Studie: Verzögerten Asteroiden-Einschläge die Erd-Entwicklung?

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Wissenschaftler haben Beweise gefunden, dass Asteroiden-Einschläge früher regelmäßig geschahen. Möglicherweise verhinderte das eine frühere Entwicklung von Leben auf der Erde.

Schreckensszenario: Ein Asteroid nähert sich der Erde. (Symbolbild: Getty)
Schreckensszenario: Ein Asteroid nähert sich der Erde. (Symbolbild: Getty)

Sie sind Stoff von Hollywood-Blockbustern und dystopischen Science-Fiction-Romanen: Asteroiden, die auf die Erde zu rasen. Auch für das Ende der Dinosaurier sollen sie verantwortlich gewesen sein. Doch so einmalig, wie diese Szenarien wirken, sind sie womöglich gar nicht. Wissenschaftler vermuten nach neuen Erkenntnissen, dass Asteroiden deutlich häufiger als bisher vermutet auf der Erde einschlugen.

Diese Zusammenstöße sollen vor allem im Archaikum stattgefunden haben, einem Zeitalter vor etwa 4000 bis 2500 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit sah der Planet noch deutlich anders aus und die häufigen Asteroiden-Treffer dürften die unwirtliche Erdoberfläche noch weiter verändert haben. Vor allem aber schließen die Wissenschaftler, dass die Einschläge die Entwicklung von Leben auf der Erde maßgeblich verzögert haben könnten, wie sie in einem neu veröffentlichten Artikel im Fachmagazin Nature Geoscience beschreiben.

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Einschläge hemmten Sauerstoff-Bildung

Die Asteroiden könnten die Erde etwa alle 15 Millionen Jahre getroffen haben, das wäre zehnmal mehr, als die Forschung bisher annahm. Vor allem die lebenswichtige Entstehung von Sauerstoff könnte so verzögert worden sein, glauben die Autoren der Studie. Diese begann erst langsam während des Archaikums. Dr. Simone Marchi vom Southwest Research Institute der Standford-Universität sagte dazu in einem Statement: "Durch diese frühe Bombardierung könnte die Oxidation der Erdatmosphäre verlangsamt worden sein." Die reaktiven Gase, die durch einen Asteroiden-Aufprall entstehen, könnten so dafür gesorgt haben, dass eine niedrige Konzentration von Sauerstoff erstickt wurde. Erst nachdem der regelmäßige Einschlag von Asteroiden vorbei war, begannen sich signifikante Mengen an Sauerstoff in der Atmosphäre zu stabilisieren. Dadurch wurde die Entwicklung zum heutigen bewohnbaren Planeten ermöglicht, folgern die Wissenschaftler.

Abwehrstrategien im All

Die Gefahr von einem heutigen Asteroiden-Einschlag ist der Forschung schon lange bewusst. So wird an verschiedenen Projekten gearbeitet, die eine frühzeitige Erkennung eines Kollisionskurses ermöglichen und den Asteroiden von seiner Flugbahn abbringen könnten. Von Satelliten, die gegen einen ankommenden Asteroiden gesteuert werden, bis hin zu Atombomben, die ihn zerstören könnten, reichen die Optionen, um eine Katastrophe auf der Erde zu verhindern. Die NASA stuft alle Asteroiden, die mehr als 140 Meter Durchmesser haben, bereits als potenziell gefährlich ein. Die Asteroiden, die vor vielen Millionen Jahren die Entwicklung der Erdatmosphäre hemmten, waren mit vermutlich bis zu zehn Kilometern deutlich größer.

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