Neue Studie kommt dem Geheimnis von eineiigen Zwillingen näher

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Zwei rothaarige Zwillingsschwestern beim jährlichen Treffen zum Zwillingstag in Twinsburg im US-Bundesstaat Ohio.
Zwillingsschwestern beim jährlichen Treffen zum Zwillingstag in Twinsburg im US-Bundesstaat Ohio. (Bild: Josie Gealer/Getty Images)

Eine niederländische Studie fand jetzt heraus, dass eineiige Zwillinge ein genetisches Merkmal verbindet, das erklären könnte, warum sie entstehen.

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Communications. Für die Studie hatten sie mehr als 6000 Zwillingspärchen auf der ganzen Welt untersucht. Dabei stießen sie auf 834 Stellen in den Genomen, die spezifisch bei eineiigen Zwillingen waren, die aber nicht bei den zweieiigen Zwillingen auftauchten. Daraus könnten sich nun Schlussfolgerungen herleiten lassen, wie eineiige Zwillinge entstünden, hoffen die Forscher. 

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Lösen epigenetische Vorgänge die Zellteilung aus?

Eineiige Zwillinge entstehen in einer befruchteten Eizelle, der sogenannten Zygote, in der sich Zellpopulation aufteilt und so zwei Embryonalanlagen entwickelt. Sie haben die gleichen Erbanlagen und werden so zu identischen Zwillingen. Doch warum das geschieht, ist der Wissenschaft bisher noch ein Rätsel. Lange ging man davon aus, dass die Zellteilung einfach ein Zufallsprodukt wäre. Doch die niederländische Studie stellt das in Frage. Stattdessen vermuten die Wissenschaftler, dass bestimmte epigenetische Vorgänge die Ursache für die Entwicklung eineiiger Zwillinge sein könnten. Gesichert ist dies noch nicht, denn die epigentischen Marker könnten auch das Resultat der Zellteilung sein, vermutet der Epigenetiker Robert Waterland im Interview mit Science News.

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Als Nebeneffekt der Studie entwickelten die Wissenschaftler einen Test, der mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit feststellen kann, ob ein Mensch ein eineiiger Zwilling ist. So könne zum Beispiel festgestellt werden, ob der getestete Mensch als Kleinkind von einem Zwilling getrennt worden war oder das Geschwisterkind während der Schwangerschaft verstorben ist. Auch bei der Erforschung bestimmter Krankheiten, die auf epigenetischen Veränderungen beruhen, könnten die Forschungsergebnisse helfen. So könnte erforscht werden, ob es Krankheiten gibt, die nur bei eineiigen Zwillingen vorkommen.

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