Neue Studie: Was Linkshänder oft besser können als Rechtshänder

Links oder rechts? Je nachdem, was gilt, soll man auf eine Begabung schließen können. (Bild: ddp Images)

Barack Obama unterzeichnete seine Gesetze mit links, ebenso wie Schauspielerin Angelina Jolie ihre Millionenverträge. Hängt ihr beider Erfolg vielleicht mit einer Stärke zusammen, die Linkshänder laut einer neuen wissenschaftlichen Studie den Rechtshändern voraushaben?

Am 13. August ist Tag der Linkshänder. Wessen Großmutter hätte früher einmal gedacht, dass gerade diesen geschätzten 10 bis 15 Prozent der Weltbevölkerung ein Ehrentag im jährlichen Kalender zugeschrieben werden würde? Schließlich galt es vor nicht allzu ferner Zeit als schick und üblich, ausschließlich mit der rechten Hand zu schreiben. Die linke Hand zu benutzen war schwer verpönt, denn schließlich waren Linkshänder damals noch vermeintlich mit dem Teufel im Bunde. Heute sind Menschen, die mit links schreiben, nicht mehr Objekt von Ausgrenzung und Vorurteilen, sondern vermehrt das Thema wissenschaftlicher Forschungen.

Doch selbst hier wurde der linkshändigen Minderheit schon reichlich Unrecht getan. Linkshänder seien eher als Künstler-Typen einzustufen, denen es aber an mathematischer Begabung mangele, verkündete man nach früheren Untersuchungen mit Schulkindern. Ein Glück, dass Psychologen der Universität Liverpool diese Ergebnisse nun anzweifelten. Mit Hilfe von fünf modernen Tests untersuchten sie die mathematischen Fähigkeiten von insgesamt 2300 Schülerinnen und Schülern im Alter von sechs bis 17 Jahren. Das Ergebnis: Insbesondere bei komplexeren Rechenoperationen schnitten Linkshänder besser ab als Rechtshänder. Vor allem bei den männlichen Probanden wiesen die Resultate im Hinblick auf die Händigkeit aufschlussreiche Unterschiede auf. So konnten die Wissenschaftler nun also die vorigen Ergebnisse als Resultat von Methodenfehlern zu den Akten legen.

Er ist einer der berühmtesten Linkshänder der Welt: Ex-Präsident Barack Obama. (Bild: AP Photo)

Nichtsdestotrotz betonte man, dass bei einfachen Rechenaufgaben keine Unterschiede zwischen Rechts- und Linkshändern nachgewiesen werden konnten. Die Funktion des menschlichen Gehirns stehe zwar in Verbindung mit der Händigkeit eines Individuums, dieser Zusammenhang dürfe aber nicht überbewertet werden. Nur lediglich ein Drittel der Menschen mit dominanter rechter Hirnhälfte seien auch Linkshänder. Klingt, als wolle man an der Universität Liverpool trotz der bemerkenswerten Studienergebnisse jetzt vor allem vermeiden, das nächste Vorurteil über Links- und Rechtshänder in die Welt zu setzen.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen