Neue Studie: Streitpferde im Mittelalter waren deutlich kleiner als gedacht

·Freie Autorin
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In Historienfilmen reiten die mittelalterlichen Helden auf stattlichen, schnaubenden Streitrossen in die Schlacht, die eines stets gemeinsam haben: ihre enorme Größe. Eine neue Studie straft Hollywood in dieser Hinsicht Lügen: Kriegspferde waren im Mittelalter demzufolge kaum größer als ein Pony.

Nicht nur Hollywood stellt Streitpferde größer dar, als sie tatsächlich waren (Symbolbild: Getty Images)
Nicht nur Hollywood stellt Streitpferde größer dar, als sie tatsächlich waren (Symbolbild: Getty Images)

Zu diesem Schluss kam ein Team von Archäologen und Historikern, die Knochen von etwa 2000 Pferden aus der Zeit zwischen dem vierten und dem 17. Jahrhundert untersucht haben. Gefunden wurden diese rund um Schlösser, einem mittelalterlichen Pferdefriedhof und anderen historisch relevanten Stätten in England. Auch Geschichtsbücher und fiktionale Rittererzählungen wurden untersucht.

Das Ergebnis: Die Mär vom hochgewachsenen Schlachtpferd stimmt nicht. "In der Popkultur werden Streitpferde oft in der Größe eines Shire Horse dargstellt", wird Professor Alan Outram von der archäologischen Fakultät University of Exeter von "The Guardian" zitiert. "Das entspricht wirklich nicht der Wahrheit. Die meisten mittelalterlichen Pferde waren überraschend klein. Nur sehr wenige hatten die Größe, die in Filmen oder sogar Ausstellungen dargestellt werden."

So groß waren Streitpferde tatsächlich

Tatsächlich hätten die meisten Pferde aus dieser Zeit - auch diejenigen, die im Krieg verwendet wurden - eine Höhe von weniger als 1,44 Metern gehabt, was der maximalen Größe von modernen Ponys entspricht. Das größte Pferd, das in der Untersuchung gefunden wurde, stammte aus dem normannischen Zeitalter und maß 1,52 Meter.

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Die Forscher betonen jedoch die Schwierigkeit, zwischen Streitpferden und normalen Arbeitspferden zu unterscheiden, da auf ehemaligen Schlachtfeldern nur wenige Überreste gefunden wurden. Es wurde in Betracht gezogen, dass vielen Pferden, die im Krieg gefallen waren, kein teures Begräbnis zugestanden wurde, sondern sie ein Fall für den Abdecker waren, der die Tierkadaver anderweitig verwertete.

Vor allem, wie das Team unbedingt betonte, wolle man die Arbeit der mittelalterlichen Pferdezüchter keinesfalls schlechtreden. Diese hätten viel Zeit, Mühen und vor allem viel Geld in ihre Arbeit investiert. "Vor allem im 13. und 14. Jahrhundert war das königliche Gestüt von höchster Bedeutung", erklärt Outram. "Sie gaben mehr Geld für Pferde aus als für Menschen."

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