Neue Studie: Trash-TV schadet dem Gehirn

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Keine guten Nachrichten von Fans der seichten Fernsehunterhaltung. Forscher fanden heraus, dass regelmäßiger Trash-TV-Konsum das Gehirn nachhaltig schädigen kann.

Ein junger Mann sitzt mit einer Fernbedienung auf dem Sofa vor dem Fernseher.
Vielleicht hatten die Eltern wirklich recht: Zu viel Fernsehen macht dumm... (Symbolbild: Getty)

Früher war es das Privatfernsehen, vor dem Eltern und Pädagogen warnten. Zuviel Konsum würde der Entwicklung schaden. Doch mittlerweile sind dank Streaming-Diensten und Internet ohnehin alle Dämme gebrochen. Sendungen jeder Art und Qualität sind jederzeit und überall verfügbar. Das gilt natürlich auch für die wachsende Menge an eher einfach gestrickter Unterhaltung. Unzählige Realityshows entstanden in der Heckwelle des seinerzeit umstrittenen "Big Brother"-Konzepts. Viele Menschen nutzen die leichte Berieselung durch wenig fordernde Inhalte zum Abschalten. Doch das könnte längst nicht so harmlos sein, wie die meisten denken.

Forscher vermuten Zusammenhang mit Demenz

Das Fachmagazin "Brain Imaging and Behavior" untersuchte 599 Probanden über eine Zeitspanne von 20 Jahren, um die Auswirkungen von TV-Konsum auf die Gehirntätigkeit nachzuweisen. Das Ergebnis ist eindeutig: Zu viel Trash-TV schadete den Gehirnen der Studienteilnehmer. Es könnte sogar ein Auslöser für eine spätere Demenz sein, so die Forscher der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Dabei geht es vor allem um den TV-Konsum im frühen und mittleren Erwachsenenalter, den die Wissenschaftler um den Neurologen Ryan Dougherty unter die Lupe nahm.

Das Volumen der grauen Substanz im Gehirn habe bei den Probanden, die zwischen 1990 und 2011 täglich seichte TV-Unterhaltung konsumierten, sichtbar abgenommen. Die Frauen und Männer hatten im Studienzeitraum im Schnitt zwei bis drei Stunden pro Tag ferngesehen. Durch MRT-Scans konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass sich das Volumen des frontalen Kortex und des entorhinalen Kortex verringert hatte. Diese Teile des Gehirns sind wichtig für das Erinnerungsvermögen. 

Qualität der Sendungen hat Auswirkungen

Auch die graue Substanz, die mitbestimmend über die Intelligenz eines Menschen ist, war im Gegensatz zur Vergleichsgruppe deutlich geringer. Neben den MRT-Untersuchungen zeichneten kognitive Test ein ähnliches Bild: Die TV-Gruppe schnitt deutlich schlechter ab, als die Vergleichsgruppe, die kein oder nur wenig Zeit vor dem Fernseher verbrachte. Interessantes Ergebnis aber war, dass die Zeit des TV-Konsums weniger entscheidend zu sein scheint, als die Inhalte. Sprich: Je anspruchsloser die Sendung, desto schlimmer die langfristigen Auswirkungen auf das Gehirn. Selbst ein gesunder Lebensstil und körperliche Aktivität können laut der Studie kaum ein Gegengewicht schaffen. Wichtiger sei es deshalb, solche Muster früh zu erkennen und zu verändern, und das Gehirn durch andere Tätigkeiten zu stimulieren.

Im Video: Längere Pausen stärken das Gedächtnis

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