Neuer Standort für umstrittenes Nobel-Zentrum in Stockholm gefunden

Die schwedische Nobelstiftung hat einen neuen Standort für ihr umstrittenes Nobel-Zentrum gefunden. Das Gebäude werde am Stockholmer Verkehrsknotenpunkt Slussen eröffnen, teilte die Stiftung am Freitag mit. Die ursprünglich in einem anderen Stadtteil angedachte Eröffnung des Zentrums war 2018 an einem Gerichtsurteil gescheitert. Zu den Kritikern des Projekts zählte auch Schwedens König Carl XVI. Gustaf.

"Dies ist ein Neubeginn für unsere Bemühungen, das Nobel-Zentrum Wirklichkeit werden zu lassen", erklärte der Stiftungsvorsitzende Lars Heikensten. Das geplante Zentrum werde eine "neue Gestalt an einem neuen Ort" annehmen, fügte er hinzu. Die Stiftung werde sich nun um Sponsoren bemühen sowie einen Architekten mit der Planung des neuen Gebäudes beauftragen.

Der neue Standort liegt etwa einen Kilometer entfernt von der Örtlichkeit, an dem die Nobelstiftung ihr Zentrum ursprünglich errichten lassen wollte. Im Jahr 2018 hatte ein schwedisches Gericht den Bau jedoch untersagt. Aus Sicht der Richter war das vom britischen Architekten David Chipperfield geplante moderne Gebäude nicht mit der historischen Bausubstanz in dem von Hafenarchitektur geprägten Viertel in Einklang zu bringen. Zuvor hatte es in der Öffentlichkeit große Kritik an der Größe und Architektur des geplanten Zentrums gegeben.

Durch die Gerichtsentscheidung verzögerte sich der Zeitplan für das ehrgeizige Projekt der Nobelstiftung. Die Bauarbeiten sollen nun frühestens 2025 beginnen - ursprünglich geplant war der Projektstart bereits für 2017. Nach seiner Eröffnung soll das Zentrum unter anderem ein Nobel-Museum beherbergen. Auch die Nobelpreis-Verleihung soll in dem Gebäude stattfinden.