Neuer Tagesrekord bei täglichen Impfungen: 1,1 Millionen Dosen verabreicht

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Tagesrekord bei Impfungen erreicht

Vier Monate nach ihrem Start hat die Impfkampagne in Deutschland einen neuen Tagesrekord erzielt: Am Mittwoch gab es bundesweit 1,1 Millionen Impfungen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin sagte. "Zum ersten Mal haben wir über ein Prozent der Bevölkerung an einem Tag geimpft." Die angekündigte Verordnung zu Erleichterungen für vollständig Geimpfte könnte nach Spahns Angaben vielleicht schon früher als bislang geplant kommen.

Mehr als 25,9 Prozent der Bevölkerung - knapp 21,6 Millionen Menschen - sind inzwischen mindestens einmal geimpft worden. Die Zahl der mit in der Regel zwei Impfungen vollständig Geimpften lag bei 6,2 Millionen - das sind 7,5 Prozent der Bevölkerung.

Zu der geplanten Verordnung zu den Geimpften sagte Spahn, der Entwurf der Bundesregierung dazu könne bereits in der kommenden Woche vorliegen. Dann muss er auch von Bundestag und Bundesrat gebilligt werden, dazu könnte es Sondersitzungen geben. Der Gesundheitsminister sieht Chancen, dass die Vorlage schon vor dem von ihm zuvor genannten 28. Mai durch den Bundesrat geht. "Theoretisch kann es das, praktisch im Zweifel auch", sagte der Minister.

SPD-Vize Kevin Kühnert warnte unterdessen vor einer vorschnellen Aufhebung der Impfpriorisierung. Diese "garantiert ein größtmögliches Maß an Gerechtigkeit", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Bis Juni gebe es noch nicht ausreichend Impfstoff für alle, sagte Kühnert. "Bis dahin muss für jeden, der früher drankommt, jemand anderes länger warten." Er reagierte damit auf Forderungen aus Ärzteschaft und Politik, die Priorisierung deutlich vor Juni aufzuheben, wie es die Bundesregierung bislang plant.

Das Robert-Koch-Institut registrierte am Donnerstag 24.736 Neuinfektionen - rund 5000 weniger als vor einer Woche. Zudem wurden nun 264 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 154,9. Am Mittwoch war sie mit 160,6 angegeben worden.

RKI-Präsident Lothar Wieler sagte in Berlin, die Inzidenz habe sich deutschlandweit zwischen 150 und 170 eingependelt. "Es ist also gelungen, diese dritte Welle abzubremsen." Seit Ostern habe sich das exponentielle Wachstum nicht in dem Maße fortgesetzt, wie es zuvor prognostiziert worden sei.

"Es gibt Hoffnung, aber es gibt noch keine Entwarnung in der Pandemie", sagte Spahn zu der Entwicklung bei den Neuinfektionen. "Die Zahlen insgesamt sind noch zu hoch." Die Intensivstationen seien noch zu voll, die Zahlen müssten weiter runter. Mit Blick auf die erhoffte baldige Verbesserung der Lage fügte er hinzu: "Wir dürfen die letzten Schritte nicht verstolpern." Jeder sei weiterhin zur Einhaltung der Corona-Schutzregeln aufgerufen.

jp/bk