Neuer Tarifvertrag für Beschäftigte der Filmbranche in der Corona-Krise

Ein neuer Tarifvertrag soll Beschäftigten in der Filmbranche helfen, weil wegen der Corona-Krise zahlreiche Filmdrehs abgesagt oder unterbrochen werden müssen. Der Vertrag regelt erstmals tariflich die Aufstockung des Kurzarbeitergelds auf die Tarifgage, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Dienstag mitteilte. Für die unterbrochenen oder abgesagten Filmdrehs werden demnach bei angeordneter Kurzarbeit die Einkünfte der Filmschaffenden auf dem Niveau der Gage abgesichert.

Die Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern in der Produzentenallianz, Verdi und dem Bundesverband Schauspiel wurden nach Gewerkschaftsangaben am Montagabend erfolgreich abgeschlossen. "Wir haben angesichts von Corona blitzschnell ein Werkzeug geschaffen, das allen ab sofort helfen kann", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz. Die Tarifpartner der Branche hätten eine "vorbildliche Lösung" gefunden.

Die tarifgebundenen Produktionsfirmen verpflichten sich laut Verdi für die auf Produktionsdauer beschäftigten Film- und Fernsehschaffenden zu einer Aufstockung des Kurzarbeitergeldes von gesetzlich derzeit 60 beziehungsweise 67 Prozent des Nettolohns auf die vollen Tarifgagen.

Die Tarifregelungen gelten laut Verdi zwingend ab Mittwoch für alle Kurzarbeitsmaßnahmen an Filmsets bei tarifgebundenen Produktionen. Sie können demnach frühestens zum 30. Juni gekündigt werden.