Neues Album „Fremde Feddere“: Köster und Hocker covern Musikgeschichte – op Kölsch

Die Musiker Gerd Köster und Frank Hocker veröffentlichen CD und gehen auf Tour.

Auch fremde Federn schmücken einen „schon ganz gut“, behaupten Gerd Köster und Frank Hocker mit einem Lächeln im Gesicht. „Man hört, wo wir herkommen, was uns inspiriert und beeindruckt hat.“

Für ihr neues Album „Fremde Feddere“, das im Mai erscheint, haben die beiden aus ihrem immensen Fundus an Lieblingssongs 13 Titel ausgewählt – von Frank Zappa, Iggy Pop, den Pogues und anderen sowie natürlich von Bob Dylan und Tom Waits.

Köster: „Alles Lieder, die wir immer schon mal singen und spielen wollten und die andere Musiker eher noch nicht gecovert haben“. Und auf kölsch schon gar nicht, denn da ist Köster ja durchaus ein Meister der Sprache und liefert Texte mit Tiefgang, intelligente Wortspielereien und Bilder zum Zuhören und Genießen. „Die kölsche Sprache hat es verdient, das man in ihr Geschichten erzählt.“

Nicht immer glückliche Liebesgeschichten

Da stehen treffend genaue Alltagsbeobachtungen neben nicht immer glücklichen Liebesgeschichten. Manches ist politisch, anderes zwischen sozialkritisch und richtig böse. Da muss man schon genau hinhören.

„Un ne Fussballer käuf singem Leevje ne Klunker zum Preis vun ner Pfleje-Station“ und „Un widder brennt en Synagog˙ aff, un mer singe: et kütt wie et kütt“singt Köster in „Jarnix will passiere“ (im Original „Nothing Ever Happens“ von der schottischen Rockband Del Amitri), einem der bildhaftesten und stärksten Titel des Albums.

Auch die Verse von „Wirbelstürm“, das als „Four Strong Winds“ vom kanadischen Folksänger Ian Tyson 1963 geschrieben und später von Neil Young, Johnny Cash und Boy Dylan gecovert wurde, klingen überraschend aktuell.

„Ich jläuv , ich jonn weg en de Jroßstadt. Die es bunt et janze Johr. Ich han Frönde do, die han vielleich ne Job.“ Das sei doch mit der heutigen Situation vergleichbar, meint Köster. Vor allem jüngere Leute dränge es in die Städte, weil es auf dem Land für sie keine Arbeit mehr gebe – wie in dem Lied aus den 60ern.

Manche Wörter funktionieren nicht auf Kölsch

Bei den Übersetzungen ist Köster „möglichst nah am Original“ geblieben. „Aber manche Wörter funktionieren nicht auf Kölsch.“ So fährt der „Train To Birmingham“, in dem John Hiatt eine Ortschaft im amerikanischen Niemandsland ansteuert, bei ihm als „Zoch noh Lummerland“. Aber diese Insel mit zwei Bergen kennt man doch. „Ja klar. Aber dahin gibt es wenig Wegweiser und nur eine eingleisige Strecke.“

Es sei nicht immer einfach gewesen, von den Interpreten oder ihren Erben die Genehmigung zu erhalten, die Songs aufnehmen zu dürfen. „Ein Wohnzimmer-Demo mit Gitarre und Gesang hinzuschicken, reicht. Dazu eine Rückübersetzung vom Kölschen ins Englische. Dann wartest du monatelang“, erzählt Köster.

Für seine Version des „Redemption Song“(Freiheitsleed) von Bob Marley und „Harm’s Swift Way“ (Pulverfass) von Townes Van Zandt gab es ein „Nein“. Aufnehmen geht also nicht, nur singen dürften man die Titel trotzdem. Machen wir aber nicht“, sagt Köster und grinst. „Jetzt sind wir beleidigt.“

Zwischen Blues und Rock, Country und Folk

Musikalisch bewegen sich Köster und Hocker – wie man es erwartet – zwischen Blues und Rock, Country und Folk. „Das war ja einfach“, sagt Hocker. „Die Musik war schon da. Ich brauchte nichts zu komponieren. Nur spille. Fädich.“ Wobei, das meiste ist anders instrumentiert und arrangiert, nichts ist einfach nachgespielt. „Das wäre wie Malen nach Zahlen“, sagt Köster.

Bei den Aufnahmen im Studio waren außer Produzent Dieter Krauthausen noch Friso Lücht von Köbes Underground, Schlagzeuger Gerhard Sagemüller, Akkordeonspieler Pete Haaser und Riedel Diegel (Mundharmonika) mit dabei. Bei der anstehenden Tour zum Motto „Wupp“ spielen Köster und Hocker wie gewohnt als Trio mit Gitarrist Helmut Krumminga. Im Herbst folgen dann einige Konzerte mit kompletter Band.

Premiere hat „Wupp“, das neue Programm von Gerd Köster & Frank Hocker am 25. April um 20 Uhr im Greens-Club im Rheinenergie-Stadion. Karten kosten 29,30 Euro.  ...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta