Neues Covid-19-Langzeitsymptom?

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Immer mehr Patient*innen berichten von Langzeitfolgen Wochen und Monate nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung. Bekannt sind vor allem anhaltende Erschöpfung und Kurzatmigkeit. Jetzt könnte ein neues Symptom dazukommen: Zahnausfall.

Zahnausfall könnte eine mögliche Langzeitfolge von Covid-19 sein. BIslang gibt es aber zu wenig Daten, um das wissenschaftlich zu bestätigen. Foto: Symboldbild / gettyimages / dimarik
Zahnausfall könnte eine mögliche Langzeitfolge von Covid-19 sein. BIslang gibt es aber zu wenig Daten, um das wissenschaftlich zu bestätigen. Foto: Symboldbild / gettyimages / dimarik

Neben der Impfstoff-Forschung trägt derzeit vor allem die Beobachtung über Zeit zum Verständnis von SARS-CoV-2 bei. Dadurch können Symptome des – zwischenzeitlich nicht mehr ganz so – neuartigen Coronavirus besser eingeordnet und vor allem behandelt werden.

Mindestens genauso wichtig: Es kommen neue Symptome hinzu, die erst Monate nach einer Infektion auftreten können. Zusammengefasst werden sie unter der Bezeichnung „Long Covid“. Bislang vermutet wird, dass vor allem anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Muskel- und Nervenschmerzen, sowie Kurzatmigkeit auftreten.

Langzeitfolgen: Anhaltende Erschöpfung als Corona-Folge recht verbreitet

Immer mehr Menschen berichten über solche Langzeitfolgen, die erst Wochen oder Monate nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung während der ersten Welle im Frühjahr, auftreten. Jetzt könnte eine neue Langzeitfolge dazukommen: Zahnausfall.

Empfindliches Zahnfleisch, Zahnausfall, gesplitterte Zähne

Die New York Times (NYT) hat diese Woche über Farah Khemili berichtet. Die 43-Jährige hatte sich im Frühling mit Covid-19 angesteckt und die darauffolgende Erkrankung gut überstanden. Doch nach einiger Zeit stellten sich vermehrt Langzeitfolgen ein. Anfang November verlor sie dann plötzlich, ohne Schmerzen oder blutendes Zahnfleisch, einen Zahn.

Bislang gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung, ob es sich dabei um eine Folge ihrer Coronavirus-Infektion handeln könnte. Aber anekdotische Hinweise: Denn Khemili ist Teil einer Online-Gruppe mit vielen anderen Menschen, die ebenfalls unter Langzeitfolgen leiden. Auch dort haben zwischenzeitlich einige über Zahnausfall berichtet. Aber auch von besonders empfindlichem Zahnfleisch, gesplitterten und ergrauten Zähnen

Die NYT hat dazu einen Parodontologen der Universität in Salt Lake City, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Utah, befragt. Sein Name ist David Okano und er hält es für unwahrscheinlich, dass die Symptome allein auf Covid-19 zurückzuführen sind: „Es ist sehr selten, dass Zähne buchstäblich ausfallen.“ Derzeit und mit so wenig Daten ließe sich auch kaum eine bessere Aussage treffen. Jedoch sei es grundsätzlich möglich, dass bestehende Zahn- oder Zahnfleisch-Probleme durch eine Infektion mit dem Coronavirus verschlimmert werden könnten.

Liegt es an einer übertriebenen Immunreaktion des Körpers?

Was auch auf Khemili zutrifft: Am Tag, nachdem ihr Zahn ausgefallen war, ging sie zum Zahnarzt oder zur Zahnärztin. Dabei kam heraus, dass Khemili zwar kein Problem mit ihrem Zahnfleisch hat, durch langjähriges Rauchen aber an massivem Knochenschwund in ihrem Kiefer leidet.

Ernsthafte Spätfolgen: WHO warnt vor Coronavirus-Langzeitfolgen

Dennoch könnte Covid-19 dazu beigetragen haben, sagt Michael Scherer in der NYT, dass Khemilis Zahn ausgefallen ist. Der Experte für Zahnprothesen kennt sich mit dem Krankheitsbild bei Zahnverlust aus. er sagt: „Wenn Langzeitfolgen im Mund auftreten, ist das ein Abwehrmechanismus des Köpers gegen das Virus.“ Manchmal fällt dieser Mechanismus zu stark aus und schaukelt sich zu einer Überreaktion hoch. Das Immunsystem setzt dann Stoffe frei, die zu flächendeckenden Entzündungen, auch im Mund, führen können.

Es sei bekannt, so Scherer, dass andere Entzündungserkrankungen wie Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen Zahnfleischerkrankungen hervorrufen könnten. „Auch Covid-19-Patient*innen fallen sicherlich in diese Kategorie und können davon betroffen sein.“

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