Neues Gesetz räumt Pakistans Hindus Registrierung von Eheschließungen ein

Im mehrheitlich muslimischen Pakistan hat Präsident Mamnoon Hussein ein Gesetz unterzeichnet, das der Hindu-Minderheit erstmals die Möglichkeit zur Registrierung ihrer Eheschließungen einräumt. Das am Sonntag unterzeichnete Gesetz werde "die legitimen Rechte und Interessen der Hindu-Familien wahren", erklärte die Regierung in Islamabad. Hindus können demnach künftig auch Scheidungen und erneute Heiraten beantragen. Durch das Gesetz sollen zudem Frauen und Kinder nach einer Scheidung finanziell abgesichert sein.

Der Chef des pakistanischen Hindu-Rates, Ramesh Kumar Vankwani, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Montag, das neue Gesetz sei "ein willkommener Schritt". Es werde viele Probleme der Hindu-Gemeinde in Pakistan lösen. Diskriminierungen von religiösen Minderheiten wie auch gewalttätige Übergriffe gegen ihre Mitglieder sind in Pakistan an der Tagesordnung.

Nach dem Ende der britischen Herrschaft in Südasien war der indische Subkontinent 1947 geteilt worden. In Indien leben vornehmlich Hindus, in Pakistan sind die meisten der 180 Millionen Einwohner Muslime. Es gibt aber auch 8,2 Millionen Hindus im Land, die meisten leben in der südpakistanischen Provinz Sindh.

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