Neues Wundermittel gegen Parkinson?

Kann Parkinson bald mithilfe von Joghurt vorgebeugt werden? (Bild: Thinkstock)


Diese Entdeckung könnte eine medizinische Sensation bedeuten: Forscher glauben, ein neues Mittel gegen Parkinson gefunden zu haben. Die Lösung liegt demnach in ganz alltäglichen Nahrungsmitteln.

Ein Joghurt als Wundermittel im Kampf gegen Parkinson? Das klingt zunächst nach purem Unsinn. Zwei Forscher des Max-Plank-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik haben aber genau hier die heilsame Wirkung gegen die "Schüttellähmung" entdeckt. Sie fanden heraus, dass D-Laktat und Glykolat die Entstehung der neurodegenerativen Erkrankung aufhalten können. Die beiden Stoffe finden sich in unreifen Früchten und Joghurt, aber nicht irgendeinem Joghurt. Wie Forschungsleiter Prof. Dr. Teymuras Kurzchalia im Interview mit der "Bild"-Zeitung betont, sollte es griechischer, türkischer oder bulgarischer Joghurt sein. „Das besondere am bulgarischen Joghurt ist, dass er nicht gepresst wird und besonders viele Bakterien zugesetzt bekommt. Das macht ihn zwar sehr sauer, aber reich an D-Laktat“, so Kurzchalia.

Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Betroffen sind meistens Menschen im Alter von 50 bis 79 Jahren. Bei der Krankheit sterben die Mitochondrien, auch Kraftwerke der Zellen genannt, in einer bestimmten Region des Gehirns langsam ab. Dies führt zum Beispiel zu Bewegungsarmut, Zittern oder einer Versteifung der Muskeln.

Die Forscher des Max-Planck-Instituts haben in Experimenten herausgefunden, dass D-Laktat und Glykolat das Absterben der Mitochondrien verhindern. Die Parkinson-Erkrankung könnte somit aufgehalten werden. Warum die beiden Stoffe diese heilende Wirkung erzielen, können sich die Forscher bislang selbst nicht erklären. Sie schmieden aber bereits Pläne, ein mit D-Laktat angereichertes Joghurt als Prophylaxe auf den Markt zu bringen. Ob dieses das entscheidende Puzzle-Stück im Kampf gegen Parkinson sein kann?