Neugestaltung: Fünf Sockel und zehn Filme für Berlins Thälmann-Denkmal

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Berlin.  Wäre da nicht dieses immense Gewicht – Berlin hätte Ernst Thälmann schon längst von seinem graffitibesprühten Sockel gestoßen, da besteht für Filmkünstlerin Betina Kuntzsch kein Zweifel. An einem sonnigen Novembertag steht sie mit ihrem Stativ vor dem bronzenen Ebenbild des Arbeiter-Idols mit seiner für immer geballten Faust und ruft es sich noch einmal ins Bewusstsein: „Er wäre weg, hätte man ihn bewegen können.“ Man kann sagen, Kuntzschs Auftrag fing damit an, dass es politische Entscheider schließlich einsahen: Die 50 Tonnen schwere Büste des Kommunistenführers wird nicht mehr aus Prenzlauer Berg verschwinden. Aber sie verträgt weitere Sichtweisen als den Blickpunkt der DDR-Heldenverehrung. Wenn man Kuntzschs Konzept „Vom Sockel denken“ zugrunde legt, sind es sogar zehn – und jede Betrachtung eignet sich für einen Film, per Smartphone abzurufen an fünf neu aufgestellten Podesten. Eine Jury kürte diese Idee im Wettbewerb des Bezirksamts Pankow zum Siegentwurf für die künstlerische Erweiterung des Thälmann-Denkmals . Und in diesen Tagen ist die Gewinnerin des Filmpreises „Goldene Taube“ mit der Umsetzung befasst.

Erweiterung des Thälmann-Denkmals im Auftrag des Bezirksamts Pankow

Gemeinsam mit ihren Projektpartnerinnen Maria Wischnewski und Barbara Caveng, nimmt die gebürtige Prenzlauer Bergerin im Angesicht Thälmanns Maß. Fünf zusätzliche Sockel, jeder von ihnen 86 Zentimeter hoch, sollen „Herr Lehmann“, wie manche im Kiez das Denkmal nennen, ab Ende 2021 auf dem bislang kahl...

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