Wohnen in Berlin: Verjüngungskur mit Folgen im Neuköllner Schillerkiez

Bei dem Anschlag auf einen Burger-Laden im Neuköllner Schillerkiez brannten auch zwei Anwohner-Autos. Nun wird Hilfe organisiert.

"Stecken Sie die Kleinen erst mal im Papier ins Wasser. Eine Stunde, mindestens", sagt Bärbel Staud (72) zu einer Kundin, die bei ihr gerade einen Strauß gelber Tulpen kauft. Staud schneidet die Blumen an, wickelt sie ein, lächelt, läuft am Verkaufspult vorbei und überreicht der Frau fast feierlich den Strauß. Die fragt etwas verdutzt: "Warum denn eigentlich?" Staud lächelt. "Dann können se im Dunkeln saufen und nach einer Stunde dürfen se dann die Wohnung sehen", sagt sie in bestem Berlinerisch. "Jede Blume hat eine Gebrauchsanweisung", fügt sie noch hinzu, als die Kundin gegangen ist. Die bekommt man bei "Bärbels Blumenladen" gleich gratis dazu.

Seit 30 Jahren führt Staud den Laden im Neuköllner Schillerkiez schon. Im Kleingarten ihrer Eltern in Lichterfelde-Ost ist sie quasi aufgewachsen. Daher kommt auch ihre Liebe zu den "Blümchen". Ihr Sortiment hebt sich ab von den Massen an Blumenläden, die es mit dem Einkauf beim Großmarkt getan sein lassen. Staud zieht ihr eigenes Katzengras aus Hafer und führt Blumen wie die gefüllte Lisanthus Glockenblume. "Da sind an einer Blume vier Blüten, das ist schön für die Kunden, die nur eine Blume kaufen, das machen ja viele." Man merkt: In Bärbels Blumenladen steckt jede Menge Herzblut.

Doch ob das noch reicht, um über die Runden zu kommen, daran zweifelt sie manchmal. Seit 1987 verkauft Staud schon Blumen an der Kienitzer Straße, im Herzen des Schillerkiezes, der sich zwischen der Hermannstraße und dem Tempelhofer Feld erstreckt. Das Vie...

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