Neuseeländische Tourismusbehörde ruft Influencer zu Kreativität auf

Alice Tielich
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Bei Instagram werden den Usern täglich Bilder von reiselustigen Influencern in den Feed gespült. Was dabei auffällt: viele Motive und Posen wiederholen sich immer und immer wieder. Eine neuseeländische Kampagne macht nun auf diesen Mangel an Kreativität aufmerksam und will die Touristen zu mehr Originalität inspirieren.

Summer travel vacation concept, Happy traveler asian woman with hat using mobile phone for selfie and relax on swing in tropical beach at sunset, Koh Kood, Thailand
Symbolbild: Getty Images

Bestimmte Orte auf der Welt werden durch Social-Media-Postings berühmt und laden unzählige Nachahmer dazu ein, sich mit einer Kopie des Fotos ebenfalls in den Sozialen Medien zu verewigen.

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Ein beliebtes Motiv ist, neben den Klassikern “Auf einem Berg stehen und nachdenklich in die Ferne blicken” oder “Mit ausgestreckten Armen an einer Klippe posieren”, die Rückenansicht, welche an verschiedenen Schauplätzen in Szene gesetzt wird, zum Beispiel in Sonnenblumenfeldern:

Oder bei Naturspektakeln wie den schwarzen Stränden in Island:

“Teilt doch mal was Neues”

Auf dem YouTube-Kanal von “100% Pure New Zealand” gibt es seit Kurzem ein lustiges Video mit dem Titel “Travelling under the Social Influcence”, also in etwa: Reisen unter dem Einfluss von Social Media.

Der Komiker Tom Sainsbury schlüpft in dem Clip in die Rolle eines Ordnungshüters der fiktiven Organisation “Social Observation Squad” (S.O.S.), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, an den touristischen Hotspots Neuseelands Menschen davon abzuhalten, weiterhin die altbekannten Posen zu kopieren – und damit wenig originell zu sein.

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Denn es gibt an fremden Orten viele schöne Flecken und Fotomotive zu entdecken, die so viel interessanter sind, als die immer gleichen Posen an den immer gleichen Hotspots.

“Das habe ich alles schon mal gesehen. Wie wir alle”

Die Touristen werden im Video von dem Ordnungshüter auf frischer Tat ertappt, etwa am beliebten Hotspot Roys Peak. Auf einem Lavendelfeld, ebenfalls ein überstrapaziertes Motiv auf Instagram, entkommen sie ihm aber. Da fließen schon mal Tränen der Verzweiflung.

Die Kommentare unter dem Video machen deutlich, dass wohl viele Menschen die zunehmende Flut der wenig originellen Instagram-Postings von Touristen nicht mehr nachvollziehen können. So schreibt ein User: “Wer auch immer dieses Video produziert hat, verdient eine Gehaltserhöhung. Es war lustig und unvergesslich.” Eine Userin erkennt in dem Video ihr eigenes Verhalten wieder – und gelobt Besserung: “Ich fühle mich so ertappt, ich hab so sehr gelacht. Es ist an der Zeit, originell zu sein! Ich liebe Neuseeland – brillante Werbung.”

Kampagne der neuseeländischen Tourismusbehörde bietet Anreize für Touristen

Der Spot ist Teil der Kampagne “Do Something New”, die wegen der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie den Inlandstourismus ankurbeln und dazu ermutigen soll, neue Orte zu entdecken. Diejenigen Touristen, die diesem Aufruf folgen und etwas Neues auf Social Media wagen, können über die neuseeländische Tourismusbehörde Inlandsreisegutscheine im Wert von umgerechnet knapp 300 Euro erhalten.

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Neben dem Aufruf zu mehr Kreativität ist eine wichtige Message des Clips aber auch diese: Man sollte beim Reisen nicht die meiste Zeit hinter der Handykamera verbringen, immer auf der Suche nach dem besten Foto für Instagram, sondern die Zeit an einem fremden Ort ganz bewusst genießen.

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