Neuseelands Premierministerin stellt "unglaublich vielfältiges" Kabinett vor

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Jacinda Ardern und ihre neue Außenministerin Nanaia Mahuta
Jacinda Ardern und ihre neue Außenministerin Nanaia Mahuta

Nach ihrem deutlichen Sieg bei der Parlamentswahl vor zwei Wochen hat Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ihr neues "unglaublich vielfältiges" Kabinett vorgestellt. Die Regierungschefin machte die Maori Nanaia Mahuta, die eine traditionelle weibliche Maori-Tätowierung am Kinn trägt, zur ersten Außenministerin ihres Landes. Mit Grant Robertson wurde der erste offen Schwule in der Regierung zum stellvertretenden Premier ernannt. 

"Es ist sowohl ein Kabinett mit großen Verdiensten als auch ein Kabinett mit großem Talent, das zudem unglaublich vielfältig ist", sagte Ardern über ihre Regierung. Sie wies darauf hin, dass "es sich hier um Personen handelt, die aufgrund ihrer Verdienste in das Kabinett befördert wurden, und sie spiegeln auch das Neuseeland wider, das sie gewählt hat".

Der 49-jährige Robertson war bereits Finanzminister in Arderns erster Regierung und zudem Chefstratege ihres Wahlkampfes.

Die neue Außenministerin Mahuta wurde 1996 ins Parlament gewählt und war in Arderns erster Regierung bereits Ministerin für Lokalverwaltung und Maori-Entwicklung. Auffällig ist ihr unverwechselbares Kinn-Tattoo, Moko Kauae genannt. Es weist Designelemente auf, die spezifisch für ihren Maori-Stamm sind. Die Tätowierung sei eine Möglichkeit, sowohl ihre Vorfahren zu ehren als auch gegen die Stigmatisierung eines Aspekts der Maori-Kultur zu kämpfen, den viele Neuseeländer mit Verbrechen und Gangs in Verbindung bringen, sagte die Maori 2016.

Maori und Inselbewohner aus dem Pazifik machen knapp ein Viertel der neuseeländischen Bevölkerung aus, sind aber in den Statistiken über Kriminalität, Armut und Gefängnisse deutlich überrepräsentiert. 

Nach ihrem erdrutschartigen Wahlsieg am 17. Oktober änderte die linksgerichtete Regierungschefin Ardern ihr 20-köpfiges Kabinett auf einigen Posten. Als Prioritäten für die zweite Amtszeit nannte sie die Reaktion auf die Corona-Pandemie und die Förderung der wirtschaftlichen Erholung. 

mkü/