Lebenslange Haft für New Yorker Immobilienerben Durst wegen Mordes

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Durst bei der Urteilsverkündung (AFP/Myung J. Chun)

Wegen Mordes an seiner besten Freundin ist der New Yorker Immobilienerbe Robert Durst zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts erschoss Durst seine Freundin Susan Berman, um sie an einer Aussage zum Verschwinden seiner Frau rund 20 Jahre zuvor zu hindern. "Dieses Verbrechen war ein Zeugenmord", sagte Richter Mark Windham am Donnerstag (Ortszeit) bei der Verkündung des Strafmaßes. Dieser Umstand erschwere Dursts Schuld noch.

Einen Antrag der Verteidigung auf Neuverhandlung lehnte der Richter ab: "Es gibt genügend, ja sogar überwältigende Beweise für die Schuld." Durst selbst saß während der Urteilsverkündung regungslos in einem Rollstuhl.

Auch der Sohn der von Durst ermordeten Susan Berman, Sareb, nahm an der Verhandlung teil. Unter Tränen schilderte er, dass er sich immer wieder die Frage stelle, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn seine Mutter noch leben würde. "Jeder Plan wurde komplett über den Haufen geworfen. Sie haben auch mich ermordet, die Person die ich war", hielt er dem 78-Jährigen entgegen.

Durst war Mitte September in einem aufsehenerregenden Mordprozess schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen gelangten zu der Überzeugung, dass er Berman im Dezember 2000 in ihrem Haus in Los Angeles mit einem Schuss in den Hinterkopf tötete. Nach Überzeugung der Ermittler wollte er damit verhindern, dass Berman von der Polizei zum Verschwinden seiner Frau Kathleen im Jahr 1982 befragt wird.

Auch im Fall seiner verschwundenen Frau steht Durst unter Verdacht. Der Immobilienerbe war im März 2015 in einem Hotelzimmer in New Orleans festgenommen worden - nur wenige Stunden vor Ausstrahlung des Finales der HBO-Fernsehdokumentation "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" ("Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst").

Darin hatte Durst offenbar unbeabsichtigt eine Art Mordgeständnis abgelegt. Der Multimillionär war sich offenbar nicht bewusst, dass das Mikrofon angeschaltet war, als er bei einem Toilettengang vor sich hin murmelte: "Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle umgebracht, natürlich." Dursts Anwälte argumentierten, die Aufnahme sei stark bearbeitet und verändert worden.

Die HBO-Dokumentation befasste sich auch ausführlich mit dem Tod eines Nachbarn Dursts im Bundesstaat Texas im Jahr 2001. Der Immobilienerbe hatte den Mann in einer Auseinandersetzung erschossen und dessen Leiche zerstückelt. Zwei Jahre später wurde er überraschend wegen Notwehr freigesprochen.

Bermans Angehörige beschworen Durst bei der Urteilsverkündung am Donnerstag zu verraten, wo die Leiche seiner Frau ist. Von Kathleen Durst fehlt bis heute jede Spur.

gt/lan

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