Nicole: Wie sie noch einmal den Eurovision Song Contest gewinnen würde

Nicole heißt mit vollem Namen Nicole Seibert

Nicole war die erste Deutsche, die den Grand Prix-Sieg 1982 mit ihrem Lied "Ein bisschen Frieden" holte. Doch seitdem hat sich viel getan. Heute erscheint ihr Album "12 Punkte!". Auf der LP hat die Sängerin ihre Favoriten der ESC-Songs der letzten 60 Jahre gecovert. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät die Sängerin, wie die gemeinsame Arbeit mit Hape Kerkeling für den Song "Insieme" war und wie sich der ESC im Laufe der Jahre verändert hat.

Hätten Sie sich vorstellen können auch 'Satellite' von Lena für Ihr neues Album zu covern?

Nicole: Vorstellbar ist alles, aber ich gehe immer nach meinem Bauchgefühl. Ich hatte zu den Liedern, die ich ausgesucht hatte, sofort einen Bezug. Bei den dreizehn Songs, für die ich mich entschieden habe, glaube ich, dass sie bei den Menschen dort draußen eine sehr tiefe und langanhaltende Erinnerung hervorruft. Bei dem Lied "Küsse von Dir", den ich zum Beispiel von "Brotherhood of Man" gecovert habe, dachte ich an die eigenwillige Choreografie zurück. Und auch bei "Merci Chérie" von Udo Jürgens am Klavier haben die Leute ein Bild vor sich und ein Lied, das sie nachsingen können.

Wie war es mit Hape Kerkeling zusammenzuarbeiten?

Nicole: Der Hape ist ein ESC-Fan vor dem Herrn und er singt auch für sein Leben gerne. Als er gehört hatte, dass ich ein Eurovision Song Contest-Album machen wollte, hatte er mich gefragt, ob er mitmachen könnte. Hape ist eine Hausnummer und beliebt bei Jung und Alt. Unser Duett "Insieme" hat er natürlich super interpretiert.

Warum lieben denn so viele Menschen Schlagersongs?

Nicole: Ich glaube, die Leute wollen gerne wieder Lieder in ihrer Sprache hören. Wenn die Lieder toll produziert sind, wie zum Beispiel bei Helene Fischer, die deutschsprachig wie international funktionieren, dann mögen die Leute die Musik einfach. Wenn Helenes "Atemlos" auf Englisch von Céline Dion gesungen werden würde, wäre das ein Welthit. Wir haben heutzutage außerdem mehr Grund als sonst uns zu amüsieren, weil wir jeden Tag mit negativen Schlagzeilen konfrontiert werden. Wann immer eine Schlager-Starparade stattfindet, tobt die Halle.

Was hat sich beim ESC in den Jahren geändert?

Nicole: Es gibt viel mehr Möglichkeiten als früher. Inzwischen gibt es zum Beispiel auch einen "Award für das beste Licht-Design". Das ist etwas, was ich mit einem kleinen weinenden Auge sehe, da es ein Autoren- und Komponistenwettbewerb, der von einem Interpreten dargeboten wird, bleiben sollte. Wir sollen schließlich den besten Song aussuchen. Die Grundidee geht damit ein wenig verloren. Was aber geblieben ist: Der ESC ist ein Liederwettbewerb, der die Grenzen für drei, vier Stunden verschwinden lässt. Es gibt keine Barrieren. Wir wollen an diesem Abend einfach gute Musik machen à la "We are family".

Könnten Sie sich vorstellen, beim ESC noch einmal mitzumachen?

Nicole: Ich würde lieber alle Grand Prix-Sieger, die mir gefallen, mit mir inklusive, auf der Bühne versammeln und uns "Eurovision Allstars" nennen. Ich glaube, wir würden gewinnen. Ich könnte mir aber vielleicht auch vorstellen, Kommentatorin neben Peter Urban zu sein. Er macht das alleine aber auch sehr gut.

Kommen wir zu einer privaten Frage. Sie essen seit Jahren keine Süßigkeiten mehr?

Nicole: Ich habe vor über 30 Jahren irgendwann einmal an Fasching einen Kirsch-Streuselkuchen gegessen. Nach der Geburt meiner ersten Tochter hatte ich 18 Kilo zugenommen, Panik bekommen und den Löffel hingelegt und gesagt: Das ist mein letztes Stück Kuchen. Bis heute habe ich das auch tatsächlich eingehalten. Ich habe seither keinen Kuchen, Eis oder Schokoriegel mehr gegessen. Bei "Das perfekte Promi Dinner" wäre ich deswegen wohl die totale Fehlbesetzung.

Foto(s): TELAMO

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