Niederländische Ermittler zu MH17-Unglück veröffentlichen Namen von Verdächtigen

Wrackteil von Flug MH17 in der Ostukraine

Niederländische Ermittler haben erstmals die Namen von Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine veröffentlicht. Auf der Internetseite der niederländischen Polizei hieß es am Mittwoch, die Ermittler suchten nach weiteren Informationen zu den russischsprachigen Männern mit den Pseudonymen Orion und Delfin. Identifiziert wurden sie als Andrej Iwanowitsch und Nikolaj Fjodorowitsch.

Das internationale Ermittlerteam veröffentlichte darüber hinaus fünf abgehörte Gespräche auf Russisch, in denen die Verdächtigen zu hören sein sollen. Es gebe bislang "keinen Beweis dafür, dass diese Anrufe im direkten Zusammenhang mit dem Abschuss von MH17 stehen". Gleichwohl bitte das Team um Hilfe, falls jemand Informationen über die Männer und deren Verbindungen zu Buk-Raketen habe, deren Stimmen erkenne oder wisse, wo sie sich aufhielten.

Wer bei der Weitergabe von Informationen um seine Sicherheit fürchte, für den könne "eine Reihe von Schutzmaßnahmen getroffen" werden. Einer englischen Übersetzung der Telefonate zufolge sprechen die Männer darin über einen "Konvoi", der auf dem Weg zu einem Flughafen nahe Luhansk in der Ostukraine sei.

Die internationalen Ermittler hatten zuvor erklärt, der Abschuss der malaysischen Passagiermaschine im Juli 2014 sei aus dem Gebiet der prorussischen Rebellen erfolgt. Die Rakete sei kurz zuvor aus Russland geliefert worden, lautete das erste Ergebnis einer strafrechtlichen Untersuchung. Moskau wies die Ermittlungsergebnisse als "politisch motiviert" zurück.

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), sagte der deutschen Ausgabe der "Huffington Post", es sei ein "fatales Signal, dass Russland die Ermittlungen im Fall MH17 bisher blockierte". Die Haltung Russlands erschwere die Aufklärung. "Ohne die Mithilfe des Kremls lassen sich die Verantwortlichen für das Unglück aber nur schwer finden", sagte Erler.

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