Niederlande: Dürre lässt lebenswichtige Deiche brechen

Die starke Dürre im Sommer hat nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, Wasserversorgung und Landwirtschaft - es gibt noch ein weiteres Problem: Deiche an den Küsten drohen wegen Trockenheit zu brechen.

In den Niederlanden wird das Problem deutlich. Hier lebt ein Drittel der Bevölkerung unterhalb des Meeresspiegels. Ellie Meeussens Hausboot schwimmt nicht mehr, es sitzt auf dem Trockenen. Sie zeigt, bis wohin das Wasser normalerweise steht. "Natürlich bin ich beununruhigt", sagt sie, "nicht nur für mich, sondern es ist ein Problem für uns alle."

Das Land erlebt die vierte Dürreperiode innerhalb von fünf Jahren. Die Trockenheit hat die Erde aufplatzen lassen, Risse druchziehen die lebenswichtigen Deiche, die die Bevölkerung vor Überflutungen schützen sollen.

Frans Jorna ist Leiter des Wasseramts von 's-Hertogenbosch in der Nähe von Rotterdam. "Wenn wir nichts tun, wird das Wasser, wenn es die Deichkrone erreicht, den oberen Teil in den Fluss spülen, und das ist sehr gefährlich."

"Das ist das Besondere an unserem Land, wir können hier wegen der Deiche leben, deshalb müssen wir sie schützen", sagt eine junge Frau, die in 's-Hertogenbosch lebt.

Ausgetrocknet verliert der Deich an Gewicht, wird leicht und porös und kann dem Wasser nicht mehr standhalten. Die Behörden haben Bauern eingespannt, die die Deiche alle zwei Tage bewässern.

"Man kann den Effekt hier sehen, die Kanten haben sich schon aufeinander zubewegt", erklärt Frans Jorna vom Wasseramt. "Dieser Stein lässt sich nicht mehr bewegen. Die Spalte war vorher so breit und nach der Bewässerung des Deichs hat sie sich ein Stück geschlossen", zeigt er an. Mehr Wasser, am besten von oben, würde das Problem also lösen.

Experten befürchten, dass sich die Klimasituation noch verschlechtern wird und diskutieren unter anderem Lösungen wie unterirdische Speicher für Regenwasser.