Niederlande: Ministerpräsident Rutte setzt sich gegen den Rechtspopulisten Wilders durch

Lisa Schönhaar
mark rutte niederlande

Die Niederlande sagen „Ja“ zur EU: Bei den Parlamentswahlen hat sich Ministerpräsident Mark Rutte gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders durchgesetzt.

Laut Hochrechnung erhielt seine Partei 21,2 Prozent der Stimmen, Wilders PVV 13,1 Prozent. Das Endergebnis kann sich bis Freitag hinauszögern.

Ruttes rechtsliberale VVD ist demnach mit Abstand die größte Partei geblieben. Vor allem aber hat sie die rechtspopulistische PVV von Geert Wilders deutlich geschlagen. Mit einem so klaren Vorsprung hatten selbst die größten Optimisten unter seinen Anhängern nicht gerechnet.

Bis zum Wochenende, als die Spannungen im Verhältnis zur Türkei eskalierten und Rutte eine Ministerin aus Ankara des Landes verwies, hatte er noch fast gleichauf gelegen mit Rechtspopulist Geert Wilders und dessen „Partei für die Freiheit“ (PVV). Danach gingen seine Umfragewerte immer weiter nach oben.

Die Wahlbeteiligung der Bürger lag bei 81 Prozent — und damit deutlich höher als bei der letzten Wahl im Jahr 2012. Damals beteiligten sich knapp 75 Prozent der etwa 13 Millionen Stimmberechtigten.

Er habe schon mit mehreren europäischen Kollegen telefoniert und Glückwünsche bekommen, sagt er. „Ganz Europa sieht: Nach dem Brexit, nach der US-Wahl haben die Niederlande nein gesagt zum falschen Populismus!“, zitiert ihn die „Welt“

Der seit 2010 amtierende Premier Rutte kann seine bisherige Koalition mit den Sozialdemokraten allerdings nicht fortsetzen. Der Bündnispartner wurde massiv abgestraft und erlitt eine in der niederländischen Parlamentsgeschichte beispiellose Niederlage. Die Koalitionsverhandlungen werden kompliziert, für die favorisierte Dreierkoalition reicht es womöglich nicht. Eventuell wird Rutte mindestens vier Parteien an einen Tisch bringen müssen.

Auf der VVD-Wahlparty jedoch, so die „Welt“, wollte Rutte darüber noch nicht nachdenken. 

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