Niedersachsens Verkehrsminister fordert Klarheit über Nachfolge von Neun-Euro-Ticket

Nach dem Ende des Neun-Euro-Tickets hat Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) von der Bundesregierung Klarheit für die Finanzierung einer Nachfolgeregelung gefordert. "So gut es ist, dass sich der Bund jetzt offenbar bewegt - dieses Signal hätten wir früher erwartet und nicht erst am letzten Gültigkeitstag des Tickets", sagte Althusmann den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Donnerstag.

Günstigere Preise und einfache Tarifstrukturen hätten den "Nerv vieler Menschen getroffen" und für eine höhere Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs gesorgt, sagte Althusmann. "Gerade in Krisenzeiten kann ein kostengünstiger ÖPNV einen Beitrag zur Entlastung vieler Bürgerinnen und Bürger sein." Die Länder würden seit mehreren Wochen vom Bund eine Anschlusslösung für das Neun-Euro-Ticket fordern.

"Wir sollten uns nicht mit der positiven Bilanz des Neun-Euro-Tickets zufriedengeben, sondern weitermachen", sagte der CDU-Minister. Allerdings müsse es jetzt ein Signal vom Bund geben. Die Ankündigungen von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) seien bisher "bloß eine Absichtserklärung".

"Jetzt muss der Bund Farbe bekennen, wie er die Finanzierung gestalten will", sagte Althusmann. "Erst dann können wir über den genauen Ticketpreis sprechen."

Das Anfang Juni eingeführte Neun-Euro-Ticket war am Mittwoch zum Ende des Monats August ausgelaufen. Es war eine von mehreren Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts der massiv steigenden Energiepreise.

Bereits seit Wochen wird über eine mögliche Nachfolgeregelung diskutiert. Lindner hatte wiederholt klargestellt, dass der Bund angesichts der hohen Kosten keine Verlängerung des Neun-Euro-Tickets finanzieren würde. Zuletzt zeigte er sich aber grundsätzlich offen für Nachfolgeangebote.

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