Niedrige Fertilitätsrate stellt Europa vor ein demografisches Problem

Louise Brown ist das erste Baby der Welt, das sein Leben der In-vitro-Fertilisation, also der künstlichen Befruchtung verdankt.

Die Methode galt als revolutionär. Eizellen der Mutter werden dabei in einem Laborglas mit den Samenzellen des Partners zusammengeführt. In einem nächsten Schritt werden von den befruchteten Eizellen höchstens drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen.

Die inzwischen 38-jährige Louise Brown berichtet: “Bevor meine Mutter mit mir schwanger war, suchte sie ärztliche Hilfe gegen eine Depression. Der Arzt stellte fest, dass sie depressiv war, weil sie nicht schwanger werden konnte. Doch man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es um die Schaffung einer Familie und nicht allein um den Wunsch einer Frau oder eines Mannes geht, Nachwuchs zu haben.”

Einer Untersuchtung zufolge leiden rund 25 Millionen EU-Bürger an Unfruchtbarkeit. Obwohl die Fertilitätsraten in Europa in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Unfruchtbarkeit stehen, lohnt es sich, einen Blick auf die Statistik zu werfen. Die niedrigsten Raten werden in Spanien und Polen verzeichnet. Die höchsten in Frankreich, wo sie bei 2,01 Lebendgeburten pro Frau liegt. Mit dieser Rate ersetzt sich jede Generation selbst. Europaweit aber gilt das nicht.

Die liberale rumänische Europaabgeordnete Norica Nicolai warnt vor einem demografischen Problem: “Um es zu lösen, sollte die Fertilitätspolitik in allen Mitgliedsländern Teil der Innenpolitik sein.”

Doch auch Jahrzehnte nach der ersten erfolgreich verlaufenen künstlichen Befruchtung bleibt das Thema kontrovers. “Uns wären Therapien lieber, die auf die Beseitigung der Ursachen der Unfruchtbarkeit zielen”, so Mark Bhagwandin von der britischen Organisation Life Charity. “Es sollte weniger um künstliche Befruchtung gehen.”

Louise Brown hingegen meint, alle Frauen in der EU sollten die künstliche Befruchtung nutzen können, wenn die natürliche Befruchtung nicht möglich ist.

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