Nike gewinnt Klage: "Satan-Schuhe" von Rapper Lil Nas X werden zurückgerufen

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.
Bekannt für extravagante Outfits und provokative Gesten: Rapper Lil Nas X (Bild: REUTERS/Monica Almeida)
Bekannt für extravagante Outfits und provokative Gesten: Rapper Lil Nas X (Bild: REUTERS/Monica Almeida)

Nächste Runde im Streit von Nike mit dem Rapper Lil Nas X. Die Klage des Schuhriesen gegen die "satanischen Sneaker" des Rappers war erfolgreich, nun gibt es einen Kompromiss.

Die Sneaker hatten eine Kontroverse in den USA ausgelöst, da sie angeblich einen Tropfen echtes Menschenblut enthalten sollten. Auch sonst sparten Lil Nas X ("Old Town Road") und die Firma MSCHF Product Studio, die auf virales Produktmarketing spezialisiert ist, nicht mit satanischer Symbolik. Die rot-schwarzen Schuhe, mit einem umgedrehten Nike-Logo versehen, haben ein bronzenes Pentagramm an den Schnürsenkeln und einen Verweis auf die Bibelstelle Lukas 10, Vers 18 eingenäht. 

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Verkauft wurden natürlich genau 666 Exemplare zum Preis von 1018 US-Dollar (umgerechnet 856 Euro). Doch mit Nike hatte das ungewöhnliche Schuhwerk, das in wenigen Minuten ausverkauft war, nichts zu tun. Kein Wunder also, dass der Sportartikelhersteller nicht allzu glücklich über das Produkt war und gerichtlich gegen MSCHF vorging. 

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Zuvor hatte sich Nike hatte von dem Sneaker distanziert. "Die Satan-Schuhe wurden ohne die Zustimmung oder Autorisierung von Nike produziert, und Nike steht in keiner Weise mit diesem Projekt in Verbindung", hieß es in einer Erklärung. Die umgestaltete Version des Air-Max-97 sei ohne Zustimmung von MSCHF und Lil Nas X gestaltet und verkauft worden. Ein Gericht gab der Klage jetzt recht, MSCHF Product Studio einigte sich laut Angaben von Nike darauf, die verkauften Exemplare wieder von den Kunden zurück zu erwerben. Ob diese auf das Angebot eingehen, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Die Firma aus Brooklyn hatte übrigens auch schon einmal Nike-Jesusschuhe produziert, damals klagte das Unternehmen allerdings nicht.

Kontroverse als perfektes Marketing

Der Marketingerfolg dürfte trotz oder gerade wegen der verlorenen Klage dennoch unbezahlbar sein. Lil Nas X, der für provokative Aktionen und Outfits bekannt ist, hatte sich zuvor schon öffentlich mit einer konservativen Politikerin angelegt. Kristi Noem, der republikanischen Gouverneurin des US-Bundesstaats South Dakota, hatte sich über die Satans Sneaker echauffiert. Daraufhin riet der Rapper Noem, sie solle lieber ihren Job machen, als sich über ein Paar Schuhe aufzuregen. 

In einem Video täuschte Lil Nas X zudem eine Entschuldigung für die Schuhe an. Nur um dann kräftig zu trollen und direkt zu seinem Video "Montero" zu schneiden. Im dem Musikvideo ist Lil Nas X zu sehen, wie der dem Teufel selbst einen Lapdance gibt. Prominente wie der Ex-NBA Star Nick Young boykottieren bereits seine Musik und drohten wegen der satanischen Schuhe sogar mit einem Nike-Boykott. Die Aufmerksamkeit ist dem Rapper also weiterhin sicher.

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