Nobelpreisträger setzen sich für Wikileaks-Informanten Manning ein

Hagerstown/USA (dapd). Drei Friedensnobelpreisträger haben eine Lanze für den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning gebrochen. Der Obergefreite der US-Streitkräfte verdiene Gnade statt Strafverfolgung, schrieben Desmond Tutu, Mairead Maguire und Adolfo Pérez Esquivel in einem gemeinsamen Brief, der am 3. Dezember in dem Magazin "The Nation" veröffentlicht werden soll.

Manning sei ein mutiger Informant, der Verbrechen in Afghanistan und im Irak aufgedeckt habe, schrieben die drei Nobelpreisträger.

Manning hatte am 8. November angeboten, gegen Strafnachlass die Weitergabe von geheimen Daten zu gestehen. Ihm soll vom 4. Februar an vor einem Militärgericht im US-Staat Maryland der Prozess gemacht werden. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Dem 24-Jährigen werden neben Geheimnisverrat auch Verstöße gegen Spionage- und Computergesetze sowie "Unterstützung des Feindes" vorgeworfen. Diese Punkte will er nicht gestehen.

Manning sitzt seit Mai 2010 in Sicherheitsverwahrung. Er soll Hunderttausende vertrauliche Unterlagen, darunter Botschaftsdepeschen und das Video eines Kampfhubschraubereinsatzes an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet haben.

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