Nordkorea erklärt sich zu "jeder von den USA gewünschten Art des Krieges" bereit

Säbelrasseln aus Pjöngjang

Nordkorea hat sich angesichts der jüngsten Machtdemonstration Washingtons zu "jeder von den USA gewünschten Art des Krieges" bereit erklärt. Zur Entsendung einer US-Flugzeugträgergruppe in die Region erklärte ein Außenamtssprecher in Pjöngjang am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur KCNA: "Das rücksichtslose Vorgehen der USA zur Invasion der Demokratischen Volksrepublik Korea hat eine ernste Phase erreicht." US-Präsident Donald Trump bekräftigte, das Atomprogramm Nordkoreas notfalls im Alleingang zu stoppen.

"Wir werden die härtesten Gegenmaßnahmen gegen die Provokateure ergreifen, um uns mit aller Waffengewalt zu verteidigen", erklärte der nordkoreanische Ministeriumssprecher. Er warnte die US-Regierung vor den "katastrophalen Konsequenzen" ihres "empörenden Vorgehens". Erst am Montag waren tausende Soldaten im Zentrum Pjöngjangs aufmarschiert - aus Anlass des 105. Geburtstags des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung am kommenden Samstag.

US-Präsident Trump warf Nordkorea provozierendes Verhalten vor. "Nordkorea sucht Ärger", schrieb er am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Abermals rief der Präsident China auf, auf den Verbündeten Nordkorea einzuwirken und an einer Lösung des Problems mitzuarbeiten. "Wenn nicht, werden wir das Problem ohne sie lösen", fügte Trump hinzu.

Trump hatte auch früher schon mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht, falls China im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm nicht den Druck auf Pjöngjang erhöht. Mit dem Luftangriff in Syrien in der vergangenen Woche wollte die US-Regierung nach Einschätzung vieler Beobachter auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un signalisieren, dass sie vor einer militärischen Option nicht zurückschrecke.

Am Wochenende entsandte Washington als Demonstration der Stärke gegenüber der kommunistischen Führung in Nordkorea eine Flugzeugträgergruppe in Richtung der Koreanischen Halbinsel. Zu der Flugzeugträgergruppe gehören die "USS Carl Vinson", ein Kampfflugzeug-Geschwader, zwei Lenkwaffenzerstörer und ein Kreuzer.

Die USA halten derzeit zudem ein gemeinsames Militärmanöver mit ihrem Verbündeten Südkorea ab. Pjöngjang verurteilt die Übungen und bezeichnet sie als Vorbereitung für einen Einmarsch.

Nordkorea unterhält trotz umfassender Sanktionen seit Jahren ein Atomwaffenprogramm. Seit 2006 hat das Land insgesamt fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Die Führung in Pjöngjang arbeitet auch an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Dem US-Geheimdienst zufolge könnte Pjöngjang in weniger als zwei Jahren einen Atomsprengkopf entwickeln, der das US-Festland erreichen könnte.

Experten gehen anhand von Satellitenaufnahmen davon aus, dass derzeit ein sechster Atomwaffentest vorbereitet werden könnte. Ein möglicher Anlass für neue Raketentests könnte der 105. Geburtstag Kim Il Sungs sein. Ein weiterer Termin könnte der 25. April, der Gründungstag der nordkoreanischen Armee, sein, warnte Südkorea.

Am Dienstag sollte in Pjöngjang das Parlament zu einer seiner seltenen Sitzungen zusammentreten. Die Volksvertretung tagt nur ein oder zwei Mal im Jahr, meist für einen Tag. Oft werden wichtige politische und wirtschaftliche Entscheidungen der Führung unter Staatschef Kim beschlossen. Zuletzt hatte das Parlament im Juni vergangenen Jahres getagt.

Damals wurde Kim zum Vorsitzenden einer neuen obersten Regierungskommission ernannt, womit er seine absolute Machtposition untermauerte. International ist Nordkorea wegen seines Atom- und Raketenprogramms isoliert, die Vereinten Nationen haben mehrere Sanktionsrunden verhängt.

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