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Nordkorea meldet erfolgreichen Start eines Spionagesatelliten

Nordkorea hat Angaben staatlicher Medien zufolge erfolgreich einen Spionagesatelliten gestartet. Wie die Nachrichtenagentur KCNA berichtete, brachte eine Trägerrakete den Satelliten "Malligyong-1" auf die vorgesehene Umlaufbahn. (Anthony WALLACE)
Nordkorea hat Angaben staatlicher Medien zufolge erfolgreich einen Spionagesatelliten gestartet. Wie die Nachrichtenagentur KCNA berichtete, brachte eine Trägerrakete den Satelliten "Malligyong-1" auf die vorgesehene Umlaufbahn. (Anthony WALLACE)

Nach zwei gescheiterten Versuchen hat Nordkorea Angaben staatlicher Medien zufolge erfolgreich einen Spionagesatelliten ins All befördert. Wie die Nachrichtenagentur KCNA berichtete, war am Dienstag eine Trägerrakete mit dem Satelliten "Malligyong-1" in der Provinz Nord-Phyongan gestartet. Diese sei auf der vorgesehenen Bahn geflogen und haben den Satelliten "exakt" auf seiner Umlaufbahn platziert. Japan und die USA verurteilten den Raketenstart.

Zuvor hatte das südkoreanische Militär erklärt, einen "mutmaßlich militärischen Überwachungssatelliten" entdeckt zu haben. Darüber, ob der Start erfolgreich oder fehlgeschlagen war, machte der südkoreanische Generalstab keine Angaben.

Auch Japan bestätigte einen Raketenstart. Das Büro von Ministerpräsident Fumio Kishida erklärte im Onlinedienst X, ehemals Twitter, Nordkorea habe dabei mutmaßlich eine ballistische Rakete eingesetzt. Diese sei vermutlich in den Pazifik gestürzt.

Südkoreas Geheimdienste hatten seit Wochen gewarnt, dass sich Nordkorea in der abschließenden Phase der Vorbereitungen für seinen dritten Versuch befinde, einen Spionagesatelliten in die Umlaufbahn zu bringen. Der erste Versuch war im Mai gescheitert, auch im August war es Pjöngjang nicht gelungen, einen Satelliten ins All zu befördern.

Nach japanischen Angaben hatte Nordkorea für ein Zeitfenster zwischen dem 22. November und 1. Dezember einen erneuten Satellitenstart angekündigt.

Die USA verurteilten den Vorgang. Der Start unter Einsatz von "Technologie für ballistische Raketen" stelle einen klaren Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates dar, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, Adrienne Watson.

Der Vorgang verstärke außerdem "Spannungen" und könne die "Sicherheitssituation in der Region und darüber hinaus destabilisieren". Alle Staaten müssten den Raketenstart verurteilen, erklärte Watson. Nordkorea müsse seine "provokativen" Aktionen einstellen.

Nordkorea hat in diesem Jahr eine Rekordzahl an Waffentests vorgenommen. Seit langer Zeit wird das Atomwaffen- und Raketenprogramm Nordkoreas international als große Bedrohung angesehen. Der UN-Sicherheitsrat hat zahlreiche Resolutionen verabschiedet, in denen Nordkorea aufgefordert wird, seine Atom- und Raketenprogramme zu stoppen. 2006 hatte Nordkorea erstmals einen Atomtest ausgeführt.

Angesichts der zahlreichen nordkoreanischen Raketentests hatte Südkorea seine militärischen Beziehungen mit den USA verstärkt und gemeinsame Militärmanöver abgehalten.

lt/fs/mid