Nordkoreas Machthaber weiht neuen Wohnblock in Pjöngjang ein

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Neuer Wohnblock in Pjöngjang

Inmitten der Spannungen wegen Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm hat Machthaber Kim Jong Un am Donnerstag einen neuen Wohnblock in der Hauptstadt Pjöngjang feierlich eingeweiht. In Anwesenheit zehntausender Funktionäre und Bürger sowie internationaler Medienvertreter durchschnitt er das rote Band vor den neuen Hochhäusern mit rund 5000 Wohnungen. Ministerpräsident Pak Pong Ju dankte dem Machthaber für seine "weise" Führung.

Das Projekt sei ein Beweis für den "Geist unseres Volks und der Armee", die stets und um jeden Preis die Anweisungen der Partei umsetzten, sagte Pak. Die nordkoreanische Führung hatte versprochen, das Prestigeprojekt bis zum 105. Geburtstag von Kims verstorbenem Großvater, Staatsgründer Kim Il Sung, fertigzustellen.

US-Experten befürchten, dass das stalinistisch geführte Land zu den Geburtstagsfeiern am Samstag zudem erneut eine Atomwaffe testen könnte. Wegen der anhaltenden verbotenen Tests herrschen zwischen Pjöngjang und Washington derzeit scharfe Spannungen. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach damit gedroht, das nordkoreanische Atomprogramm notfalls im Alleingang zu stoppen. Am Wochenende entsandte Washington als Demonstration der Stärke eine Flugzeugträgergruppe in Richtung der Koreanischen Halbinsel.

Kims neuestes Prestigeprojekt, das die Modernität des isolierten Landes zeigen soll, besteht aus mehreren Hochhäusern von unterschiedlicher Höhe und Form. Der mit 234 Metern höchste Wohnturm hat nach amtlichen Angaben 70 Stockwerke. Seine Penthouse-Wohnungen geben den Blick auf die Stadt und ihre Umgebung frei. Sie sind mit grünen Tapeten und violetten Sofas ausgestattet - haben aber kein Warmwasser.

Das international isolierte Nordkorea leidet regelmäßig unter Nahrungsmittelknappheit. Grund sind Dürren, Überschwemmungen sowie die wirtschaftliche Isolierung des kommunistisch regierten Staates. Seit den 1990er Jahren sollen bei Hungersnöten hunderttausende Menschen gestorben sein.

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