Norwegen erhöht nach Fund von "primitivem Sprengsatz" in Oslo Terrorwarnstufe

Nach dem Fund eines "primitiven Sprengsatzes" in Oslo hat Norwegen die Terrorwarnstufe für zwei Monate erhöht. Ein Anschlag sei nun eher "wahrscheinlich" als "möglich", teilte der Inlandsgeheimdienst PST am Sonntagabend mit. Die Polizei nahm einen 17-jährigen Russen fest

Nach dem Fund eines "primitiven Sprengsatzes" in Oslo hat Norwegen die Terrorwarnstufe für zwei Monate erhöht. Ein Anschlag sei nun eher "wahrscheinlich" als "möglich", teilte der Inlandsgeheimdienst PST am Sonntagabend mit. Die Polizei hatte den verdächtigen Gegenstand in der Nacht zerstört. Sie nahm einen 17-jährigen Russen fest.

Sprengstoffexperten hatten den Gegenstand, der nach PST-Angaben nur eine begrenzte Zerstörungskraft hatte, in der Nacht zu Sonntag kontrolliert gesprengt. Nach dem Fund waren Teile des zentrumsnah gelegenen Stadtteils Grönland abgeriegelt und mehrere Bars und Restaurants evakuiert worden. Der Verdächtige war den Ermittlern bekannt, weshalb wollten sie aber nicht mitteilen.

"Es ist nicht klar, ob der 17 Jahre junge Mann einen Terrorakt begehen wollte", sagte PST-Chefin Benedicte Björnland vor Journalisten. Laut Medienberichten sympathisiert der Verdächtige mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Seine Anwältin Aase Karine Sigmond wies das zurück. Es habe sich vielmehr um einen "Dummejungenstreich" gehandelt, sagte sie dem Sender NRK. Der Verdächtige war 2010 mit seiner Familie nach Norwegen gekommen und hatte dort Asyl beantragt.

In Norwegens Nachbarland Schweden war am Freitag ein Anschlag mit einem Lastwagen verübt worden, bei dem im Zentrum von Stockholm vier Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden waren. Als mutmaßlicher Täter wurde ein 39-jähriger Usbeke festgenommen.

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