Notstand für Rio de Janeiro und São Paulo erklärt

Verkäuferinnen mit Atemmasken in São Paulo

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Brasilien haben die Behörden den Notstand über den Bundesstaat Rio de Janeiro sowie die Metropole São Paulo verhängt. Damit traten am Dienstag eine Reihe von Maßnahmen in Kraft, darunter die Schließung berühmter Touristenattraktionen wie etwa der Zuckerhut und die Christus-Statue in Rio de Janeiro sowie Beschränkungen für Restaurants und den öffentlichen Verkehr. Sie gelten zunächst für zwei Wochen.

In São Paulo, wo zwei Drittel der Infektionsfälle im Land gemeldet wurden, müssen alle öffentlichen Verkehrsmittel sowie Bahn- und U-Bahnstationen mit Desifektionsmitteln für die Nutzer ausgestattet werden.

Im am zweitschwersten betroffenen Bundesstaat Rio de Janeiro wurden alle Stehplätze in den öffentlichen Verkehrsmitteln untersagt. Restaurants dürfen demnach nur noch zu einem Drittel ausgelastet sein, in den Einkaufszentren bleiben nur noch Lebensmittelläden geöffnet. Gouverneur Wilson Witzel erwägt zudem, die Strande komplett zu schließen.

Auf einer Pressekonferenz hatte Witzel bereits am Montagabend alle Bewohner des Bundesstaats aufgerufen, aus Solidarität "mit den Eltern und Großeltern" wenn möglich zu Hause zu bleiben. Die brasilianischen Behörden meldeten bis Dienstag 234 Infektionsfälle und einen Toten; dabei handelt es sich um einen 62-jährigen Patienten aus São Paulo.