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Notstand im Norden Perus wegen erstarkender internationaler Verbrecherbanden

Wegen erstarkender internationaler Verbrecherbanden hat die peruanische Regierung im Norden des Landes den Notstand ausgerufen. (Cris BOURONCLE)
Wegen erstarkender internationaler Verbrecherbanden hat die peruanische Regierung im Norden des Landes den Notstand ausgerufen. (Cris BOURONCLE)

Wegen erstarkender internationaler Verbrecherbanden hat die peruanische Regierung im Norden des Landes den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme in Teilen der Region La Libertad betrifft insbesondere die Industriemetropole Trujillo und die Provinz Patáz und gilt zunächst für 60 Tage, wie der peruanische Verteidigungsminister Jorge Chávez am Montag (Ortszeit) in Lima sagte. Der Notstand ermöglicht es der Armee, an der Seite der Polizei gegen kriminelle Banden vorzugehen.

"Der peruanische Stadt scheut sich nicht, sich ihnen entgegenzustellen und sie zu neutralisieren", sagte Verteidigungsminister Chávez über die internationalen Banden, die im Norden des Landes insbesondere mit Schutzgelderpressung und illegalem Bergbau für Unruhe sorgen. Regierungschef Alberto Otárola sprach von einer "Welle der zunehmenden Gewalt im Zusammenhang mit kriminellen Organisationen".

In Trujillo und der Provinz Patáz sind kommerzielle Aktivitäten und große Versammlungen nun zwischen Mitternacht und 04.00 Uhr (Ortszeit) verboten, "bis die Welle des Verbrechens endgültig unter Kontrolle" gebracht worden sei, erklärte die Regierung. Den Behörden zufolge begehen die kriminellen Banden auch Auftragsmorde sowie Terrorakte gegen die Polizei.

In den vergangenen Jahren hat die organisierte Kriminalität in Peru deutlich zugenommen. Als Ursachen nennt die Regierung des südamerikanischen Andenlands die Massenflucht aus Venezuela, die auch den Waffenhandel und die Ausbreitung venezolanischer Banden wie Tren de Aragua in Peru mit sich bringe. Allein in Trujillo wurde seit Jahresbeginn nach offiziellen Angaben fast ein Todesopfer von Gewalttaten pro Tag registriert.

In Ecuador, das eine gut 2000 Kilometer lange Grenze mit Peru teilt, war am 8. Januar in zehn der 24 Provinzen der Notstand mitsamt nächtlicher Ausgangssperre ausgerufen worden.

yb/jes