NS-Dokumentationszentrum: Neuer Besucher-Rekord – Escape-Room soll Demokratie erklären

Im Jahr 2016 besuchten insgesamt 80.554 Gäste das NS-Dok in Köln.

Schon wieder kann das NS-Dokumentationszentrum einen neuen Besucherrekord vermelden.

Mit 80.554 Gästen sei 2016 erneut eine Höchstmarke erreicht worden, so NS-Dok-Direktor Werner Jung bei der Vorstellung des Jahresberichts am Montag. Allein mit den rund 2200 Führungen seien rund 37.000 Menschen erreicht worden. Auch die sieben Sonderausstellungen sowie diverse Workshops und Vorträge zogen Besucher aus dem In- und Ausland an. „Wer hätte gedacht, dass dieses Haus mal eine touristische Attraktion wird?“, so Jung.

Erweiterung mit Erlebnismuseum und „Escape Room“

Das sei einerseits erfreulich und zeige, dass die Forschungseinrichtung im EL-DE-Haus eine Erfolgsgeschichte ist. Andererseits stoße das NS-Dok längst an seine Kapazitätsgrenze. „Es ist bedauerlicherweise eine Art Drehtür-Effekt entstanden, das heißt, eine Gruppe verlässt relativ kurz nach dem Eintreten das Haus bereits wieder, ohne sich austauschen zu können“, so Jung. Das NS-Dok will deshalb künftig auch die dritte und vierte Etage des EL-DE-Hauses nutzen, wo sich derzeit noch Büros des Rechtsamts und des Personalrats des Kulturdezernats befinden.

Hier könnte nicht nur die Bibliothek und die Dokumentation zusätzlichen Platz finden und ein Veranstaltungsraum für 200 bis 300 Gästen geschaffen werden; Jung strebt auch ein Erlebnismuseum an, das Schülergruppen spielerisch das Thema Demokratie näher bringt. So soll ein „Escape-Room“ die Teilnehmer in eine fremde und doch vertraute Welt entführen: Als Überlebende einer globalen Katastrophe sollen sie auf einer abgelegenen Insel mit demokratischen Prozessen eine neue Gesellschaft gründen, so die Idee. „Das passt in eine Zeit, in der die Demokratie so gefährdet ist“, sagte Jung. Derzeit entstehe Konzept für das „Haus für Erinnern und Demokratie“.

Einzug in neue Räume frühestens 2019 möglich

Um 1300 Quadratmeter könnte das NS-Dok wachsen, würden Alternativen für die städtischen Mitarbeiter gefunden. Allerdings werde die Erweiterung wohl noch eine Weile dauern. Ein Einzug in die beiden Etagen sei „vielleicht“ im Herbst 2019 möglich, so Jung.

Als besonderen Erfolg im zurückliegenden Jahr hob der Museums-Direktor das Auswahlverfahren für das Denkmal hervor, das an die rechtsterroristischen Anschläge in der Probsteigasse und der Keupstraße erinnern soll. Sowohl Anwohner und Opfer als auch Kunstexperten und politische Akteure hatten sich für den Entwurf von Ulf Aminde entschieden. Außerdem sei die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau erfolgreich beendet worden.

Für die Wanderausstellung „Todesfabrik Auschwitz. Topografie und Alltag in einem Konzentrations- und Vernichtungslager“ sei zusätzlich zu einer deutsch-englischen eine englisch-polnische Version erstellt worden. Allein im ehemaligen KZ Auschwitz sahen im vergangenen Jahr rund 50.000 Menschen die Ausstellung....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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