NS-Verbrechen: Am Güterbahnhof Moabit entsteht ein Gedenkort

24 Kiefern und zwei Tafeln sollen daran erinnern, dass von hier aus mehr als 30 000 Juden in NS-Vernichtungslager deportiert wurden.

Unwirtlicher geht es kaum: Im Schneetreiben, eingezwängt zwischen einem großen Discounter auf der linken und einem noch größeren Baumarkt auf der rechten Seite und unmittelbar an einer Entlastungsstraße gelegen, starteten am Mittwoch die Bauarbeiten für einen ganz besonderen Gedenkort. An dieser Stelle, an der ein schmaler gepflasterter Weg verläuft, wurden von 1942 bis 1944 in 34 Transporten 32.000 Juden zur Verladerampe am Gleis 69 des Güterbahnhofs Moabit getrieben.

Von dort aus ging es in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten – in den sicheren Tod. Mit einem kleinen Kiefernhain sowie zwei Informationsstelen soll ab der Fertigstellung in diesem Sommer daran erinnert werden, welch düstere Geschichte dieser heute so banal wirkende Ort birgt.

"Dass an dieser Stelle einst der größte Deportationsbahnhof Berlins gelegen hat, war in der Stadt lange nicht wahrnehmbar", sagte Sabine Weißler, grüne Kulturstadträtin des Bezirks Mitte. Zwar sei bereits im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Entlastungsstraße, der heutigen Ellen-Epstein-Straße vor mehr als 25 Jahren die Idee entstanden, auf der nur 250 Quadratmeter großen Restfläche zwischen den zwei Großmärkten eine Gedenkstätte einzurichten. Seit Mitte der 90er-Jahre habe der damalige Bezirk Tiergarten mit den früheren Bahntöchtern Vivico und DB Netz um das Restareal verhandelt.

Doch immer wieder verzögerte sich das Vorhaben – auch weil in dem inzwischen mit Wedding und Mitte zum Großbezirk Mitte fusionierten Bezirksamt lange and...

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