Nach nur zwei Jahren: Aus für die E-Mopeds von Tier

Die Mopeds wird es nach dieser Saison nicht mehr geben  - Copyright: Tier Mobility
Die Mopeds wird es nach dieser Saison nicht mehr geben - Copyright: Tier Mobility

Der E-Mobility-Anbieter Tier holt seine E-Mopeds von den Straßen. Das berichtete zuerst das Mobility-Portal Movinc. Bis zum Jahresende sollen die Fahrzeuge aus der Flotte verschwinden, schon jetzt sind sie nicht mehr über die App buchbar.

Erst vor zwei Jahren hatte Tier seine Flotte durch die motorisierten Gefährte ergänzt, bis zu diesem Zeitpunkt war die Firma nur mit E-Scootern aktiv gewesen. Die E-Mopeds hatte Tier von der Konkurrentin und Bosch-Tochter Coup übernommen. So wollte das Unternehmen sein Angebot erweitern und erhoffte sich Synergien bei der Ladelogistik, wie es damals in einer Mitteilung von Tier hieß.

Diese Synergien haben sich jedoch anscheinend nicht ausgezahlt. Tier nimmt die E-Mopeds wieder aus dem Programm. Als Grund nennt das Unternehmen die hohen Kosten. In einem Statement gegenüber Movinc äußert sich das Startup so: „Die Fahrzeuge benötigen hohe Investitionskosten in die Soft- und Hardware, welche sich für uns leider nicht mehr rentieren auf dem Weg zur Profitabilität.“ Die E-Scooter und E-Bikes bleiben nach Aussagen des Unternehmens weiterhin verfügbar.

Startups auf Sparkurs

Tier übernahm die Roller von Coup in einer Zeit, als das Investorengeld noch locker saß und das wichtigste Ziel für Startups wie Tier war, schnell zu wachsen. Mittlerweile haben sich die Bedingungen verändert, seit dem Zinsanstieg und der drohenden Rezession ist vor allem eines wichtig: Kosten einzusparen und schnellstmöglich schwarze Zahlen zu schreiben. Diesen Weg versucht nun auch Tier zu gehen.

Die letzte große Finanzierungsrunde schloss das Unternehmen noch im Oktober vergangenen Jahres ab. Nach einer Finanzspritze von Softbank und Mubadala Capital waren die Berliner damals noch auf einen Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar geschätzt worden. Seinen bisherigen Expansionskurs – zuvor hatten die Berliner die Firmen Makery, Wind Mobility, Nextbike, Spin und Fantasmo Studios übernommen – musste die Firma jedoch in diesem Jahr pausieren. Und auch von Teilen seiner Belegschaft trennte sich das Unternehmen. So entließ die Firma erst im August 180 Angestellte, das entsprach damals etwa 16 Prozent der Belegschaft.