OB im direkten Dialog - Bürgersprechstunde: Reiter im Realitäts-Check

Linda Jessen

Der OB wird bei der Sprechstunde freundlich empfangen, ihre Sorgen tragen die Bürger aber deutlich vor: Oberstes Thema ist der Verkehr.

Ramersdorf -  Gleich die erste Wortmeldung wird mit Applaus belohnt: Bitte kümmert’s euch um einen Radweg an der Rosenheimer Straße! Und dann folgen gleich noch drei weitere Appelle, alle beziehen sich auf den Verkehr. Auch wenn "die Kinder doch wichtiger sind", wie eine Bürgerin Dieter Reiter gegen Ende noch erinnern will – zahlenmäßig sind die Verkehrssorgen der Ramersdorfer und Perlacher mit Abstand an der Spitze der Problem-Themen. Das reicht von Rasern auf Zufahrtsstraßen über Busse, die im Stau stecken bleiben bis hin zum Parkplatzmangel.

Seit 2014 lädt Dieter Reiter zu seinen Bürger-Sprechstunden ein. Er hat damit eine Tradition von Nachkriegs-OB Thomas Wimmer aufgegriffen, will direkt von den Münchnern lernen, was die Sorgen in der Stadt sind. Bisher hatte der OB stets ein Heimspiel, lud die Bürger zu sich ins Rathaus ein. Jetzt wagt er sich nach draußen – und zum Auftakt geht es gleich ins traditionelle Kleine-Leute-Viertel Ramersdorf. Reiter trifft Realität.

Und der OB geht die Sache mit der angemessenen Ernsthaftigkeit an – und kann bei den Ramersdorfern punkten. Mehr als 300 Bürger sind in die Turnhalle des Heinrich-Heine-Gymnasiumgekommen. Reiter hört sich alles geduldig an, erklärt Problemlagen aus seiner Sicht, verweist auf die Zuständigkeit Polizei und verspricht viele Male, sich schlauzumachen und "das gerne mitzunehmen". Mehr als nur einmal kommen die altbekannten leidlichen Widersprüche wie "bezahlbarer Wohnraum – aber nicht auf den Freizeitflächen" oder "Radspuren – aber kein Autostau" zur Sprache, erst gegen Ende der zwei Stunden ist der Frust darüber auch in den Antworten des OB zu hören.
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