Obdachlosen-Experiment: Ex-GNTM-Kandidatin erleidet Nervenzusammenbruch

Elisa Eberle
·Lesedauer: 4 Min.
Warum wollen die Menschen sich nicht helfen lassen? - Diese Frage beschäftigte Zoe Saip während des gesamten Experiments. (Bild: RTLZWEI)
Warum wollen die Menschen sich nicht helfen lassen? - Diese Frage beschäftigte Zoe Saip während des gesamten Experiments. (Bild: RTLZWEI)

Das Leben als Obdachloser ist kein Zuckerschlecken. Dies müssen Promis in der RTLZWEI-Sendung "Prominent und obdachlos" am eigenen Leib erfahren. In Folge zwei verlor Ex-GNTM-Kandidatin Zoe Saip vor laufender Kamera die Nerven.

Zoe Salome Saip war schon für manches Drama gut: Ob bei "Kampf der Realitystars - Schiffbruch am Traumstrand" (RTLZWEI, 2020) oder in "Ich bin ein Star - Die große Dschungelshow" (RTL, 2021) - die 21-Jährige lässt ihren Emotionen gerne sturzbachartig ihren Lauf. In Folge 2 von "Prominent und obdachlos" (RTLZWEI) hatte die ehemalige Teilnehmerin von "Germany's Next Topmodel" nun erneut die Gelegenheit, dieses Talent unter Beweis zu stellen.

72 Stunden, so lautete die Aufgabe, sollten sie, der Ex-"Love Island"-Teilnehmer Tobias Wegener und der ehemalige Swingerklub-Besitzer Prinz Alexander von Anhalt als Obdachlose auf der Straße leben. Was nach einem interessanten Sozialexperiment klingt, entpuppte sich im Falle Saips als eine unendliche Jammertirade nebst immerhin angedrohtem frühzeitigem Abbruch.

Schon nach wenigen Stunden fühlte sich Zoe Saip in der ihr fremden Stadt Hamburg allein und verlassen. (Bild: RTLZWEI)
Schon nach wenigen Stunden fühlte sich Zoe Saip in der ihr fremden Stadt Hamburg allein und verlassen. (Bild: RTLZWEI)

Zoe Saip: "Zeit zu zeigen, dass ich sozial und umgänglich bin"

Dabei waren es durchaus ambitionierte Ziele, welche die Österreicherin zu ihrer Teilnahme an der Sendung bewogen: "Es ist einfach langsam an der Zeit zu zeigen, dass auch ich sentimental und sehr sozial und zugänglich bin", erklärte sie vorab. Immerhin sei sie selbst vor nicht allzu langer Zeit beinahe auf der Straße gelandet. Wäre nicht der Papa gewesen, der ihr unter die Arme griff und sie seit der Trennung von ihrem Freund wieder zu Hause wohnen lässt. Irgendwie war es also auch passend, dass der von Saip gewählte Luxusartikel, den sie mit auf Platte nach Hamburg nahm, ein weißer Kuschelaffe war.

Mit ihm, einer Isomatte, einem Schlafsack, ein paar Pfandflaschen und einem kaputten Trolley sollte die behütete Tochter aus gutem Hause die kommenden drei Tage und Nächte überstehen. Die wenige Hilfe, die sie anfangs bekam, lehnte sie stolz und ein wenig naiv ab: "Aufgeben ist für mich keine Lösung", erklärte Saip, als der ehemalige Obdachlose Andreas ihr einen Schlafplatz in einer Notunterkunft anbot. Stattdessen entschied sich das Model für einen Schlafplatz im Freien, von welchem ihr zuvor eindringlich abgeraten wurde. Mit der Folge, dass sie nicht einmal eine Stunde später den ersten Nervenzusammenbruch erlitt.

Prinz Alexander von Anhalt stellte sich das Experiment einfacher vor, als es am Ende war. (Bild: RTLZWEI)
Prinz Alexander von Anhalt stellte sich das Experiment einfacher vor, als es am Ende war. (Bild: RTLZWEI)

"Ich will mir nicht anhören, dass die das so geil finden"

"Ich habe mega Schiss", jammerte der Reality-Star, der mit der ihm entgegenschlagenden Ablehnung offensichtlich nicht zurechtkam: "Ich habe ja heute schon gesehen, wie ich bei den Obdachlosen angekommen bin, nämlich gar nicht. Ich dachte echt, wenn man normal und freundlich zu ihnen ist, sind sie auch freundlich, aber die sind eigentlich echt nicht freundlich. Die sind voll unter sich und lassen niemanden dazu." Sie selbst sei "sau jung und unerfahren" und könne nicht mit ihren eigenen Emotionen umgehen. Es war eine Aussage, die sich in den verbleibenden Sendeminuten mehr als einmal bestätigen sollte.

Nach weiteren gescheiterten Versuchen, Kontakte zu knüpfen, und einigen daraus resultierenden Trotzreaktionen ("Ehrlich gesagt habe ich gar keinen Bock auf Menschen. Menschen kotzen mich richtig an nach gestern") schien Saip doch noch Erfolg zu haben: Eine junge Obdachlose erzählte ihr von ihren Reisen durch "halb Europa" und wie sehr sie diese Freiheit liebte. Das Model zeigte sich jedoch wenig überzeugt: "Ich will den Leuten helfen und mir nicht anhören, dass die das so geil finden", beschwerte sie sich. Sie selbst hätte damals schließlich auch zum Handy gegriffen und um Hilfe gebeten, bevor sie auf der Straße schlafen und so leben musste "wie diese Leute", die ihr ganzes "Geld für Zigaretten, Alkohol und Drogen" ausgeben würden.

"Prominent und obdachlos": Macher "retten" das Projekt mit Trick

Sich selbst inszenierte das Model hingegen als Opfer: "Man fühlt sich einfach wie der letzte Mensch, weil ich helfen will, aber nicht helfen kann und mich jetzt asozial fühle, weil ich akzeptiere, dass ich denen nicht helfen kann." Nach 38 Stunden drohte sie, das Experiment abzubrechen, wäre da nicht die Angst gewesen, ihren Vater zu enttäuschen. Eine Befürchtung, die sich die Filmemacher zunutze zu machen wussten: Ausnahmsweise durfte das Model mit dem Handy eines Teammitglieds zu Hause anrufen.

Nur so konnte das Projekt, nach Senderangaben, "gerettet" werden und der Zuschauer erlebte die - wenn auch nicht ganz so große - Läuterung der Zoe Saip: Im Gespräch mit einem Sozialarbeiter erfuhr sie, warum ihre gut gemeinte, aber aufdringliche Art vielleicht nicht der beste Weg für ein Gespräch mit den Obdachlosen war. Außerdem zollte sie all jenen Respekt, die das Leben auf der Straße "seit Jahren durchziehen". Am Ende, so hieß es, sei sie "versöhnt" mit den Obdachlosen gewesen, denen sie helfen wollte, die ihre Unterstützung allerdings nicht annahmen. Na, immerhin!