Oberster Gefängnisverwalter Frankreichs tritt zurück

Wenige Tage vor der Veröffentlichung eines Berichts über die Lage in französischen Gefängnissen ist der Direktor der Strafvollzugsbehörden zurückgetreten. Philippe Galli habe am Freitag seinen Rücktritt eingereicht, teilte das Justizministerium am Sonntag in Paris mit. Gründe nannte das Ministerium nicht, nach Angaben aus informierten Kreisen gab es jedoch erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Galli und Justizminister Jean-Jacques Urvoas.

Dem Justizminister soll am Dienstag ein Weißbuch über die Situation in Frankreichs Haftanstalten übergeben werden. Diese ist kurz vor den Präsidentschaftswahlen ein heißes Thema. Die Gefängnisse des Landes stehen wegen Überfüllung in der Kritik. Sozialarbeiter warnen, fehlende Unterstützung für junge Insassen mache die Gefängnisse zu einer Brutstätte für radikalen Islamismus.

Die Zahl der Gefängnisinsassen erreichte Anfang März mit 69.430 einen neuen Rekord. Vergangene Woche warnte die Leiterin eines großen Gefängnisses in Villepinte im Norden von Paris, dass in ihrer Einrichtung doppelt so viele Häftlinge einsäßen wie vorgesehen.

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