Oberster US-Mediziner stuft Waffengewalt im Land als "Gesundheitskrise" ein

Erstmals in der US-Geschichte hat der oberste Mediziner des Landes Waffengewalt als "öffentliche Gesundheitskrise" eingestuft. Für "viel zu viele Amerikaner" habe diese "den Verlust von Menschenleben, unvorstellbaren Schmerz und tiefe Trauer bedeutet", erklärte Vivek Murthy am Dienstag. (Jordan Vonderhaar)
Erstmals in der US-Geschichte hat der oberste Mediziner des Landes Waffengewalt als "öffentliche Gesundheitskrise" eingestuft. Für "viel zu viele Amerikaner" habe diese "den Verlust von Menschenleben, unvorstellbaren Schmerz und tiefe Trauer bedeutet", erklärte Vivek Murthy am Dienstag. (Jordan Vonderhaar)

Erstmals in der US-Geschichte hat der oberste Mediziner des Landes Waffengewalt als "öffentliche Gesundheitskrise" eingestuft. Für "viel zu viele Amerikaner" habe diese "den Verlust von Menschenleben, unvorstellbaren Schmerz und tiefe Trauer bedeutet", erklärte am Dienstag Vivek Murthy, der als sogenannter Surgeon General den öffentlichen Gesundheitsdienst in den USA leitet, zur Veröffentlichung des ersten Berichts seiner Behörde zu dem Thema.

Wie es in dem Bericht unter Berufung auf Daten staatlicher Stellen und aus anderen Quellen heißt, stellten die USA wegen der hohen Anzahl an Verletzten und Todesopfern durch Schusswaffen einen extremen Ausnahmefall dar - insbesondere mit Blick auf die verletzten und getöteten Kinder.

Demnach sind Feuerwaffen mittlerweile die häufigste Todesursache für US-Bürger im Alter von einem und 19 Jahren. Alleine im Jahr 2022 seien mehr als 48.000 Menschen durch Feuerwaffen gestorben.

Gesundheitsdienstleister Murthy sprach sich unter anderem für Investitionen in die Forschung zu Waffengewalt, in Erziehungsprogramme, psychologische und psychiatrische Betreuung sowie für strenge Kontrollen potenzieller Waffenkäufer aus. Zudem müsse die sichere Aufbewahrung von Feuerwaffen verpflichtend, Sturmfeuerwaffen verboten und alle möglichen Waffenkäufer stärker überprüft werden.

"Wir müssen diesen Weg nicht weitergehen, und wir müssen unsere Kinder nicht dem anhaltenden Horror der Schusswaffengewalt in Amerika aussetzen", erklärte Murthy zur Veröffentlichung des Berichts weiter. Alle US-Bürger hätten es "verdient, ihr Leben frei von Schusswaffengewalt und der damit verbundenen Angst und Zerstörung zu leben".

Waffengewalt ist ein alltägliches Problem in den USA, wo es mehr Schusswaffen als Einwohner gibt. Tausende Menschen werden jährlich bei Schusswaffenangriffen getötet. Umfragen zufolge ist eine Mehrheit der US-Bürger für striktere Waffengesetze. Entsprechende Vorstöße sind in der Vergangenheit aber immer wieder am Widerstand der konservativen Republikaner im Kongress und an der mächtigen Waffenlobby gescheitert.

se/lt