OECD: Deutsche ächzen unter Steuern und Abgaben

Die Deutschen werden laut einer internationalen Studie mit am stärksten durch Steuern und Abgaben belastet. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben nur Belgier noch höhere Abschläge von ihrem Verdienst. Die OECD appellierte an die Mitgliedstaaten, die Steuern zu senken und so Anreize für Beschäftigung zu schaffen.

Laut der Untersuchung "Taxing Wages" lag die Steuer- und Abgabenlast für alleinstehende Durchschnittsverdiener in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr bei 49,4 Prozent. Im Schnitt der 35 OECD-Länder waren es dagegen nur 36 Prozent. "Auch bei allen anderen untersuchten Haushaltstypen liegt die Belastung in Deutschland über dem OECD-Durchschnitt", erklärte die Organisation. "Dies liegt vor allem an den vergleichsweise hohen Sozialabgaben, die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden."

Auch Österreich gehört mit 47,1 Prozent der Spitzengruppe an. Die Schweiz zählt dagegen mit 21,8 Prozent zu den Ländern mit den geringsten Steuern und Sozialabgaben gemessen am Verdienst.

Insgesamt sank die Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben im OECD-Vergleich erneut leicht. "Allerdings ist dieser Trend vor allem das Resultat von Reformanstrengungen in einigen wenigen Ländern", erklärte der OECD-Direktor für Steuerpolitik und -verwaltung, Pascal Saint-Amans. "Steuersenkungen können vor allem im Bereich der kleinen und mittleren Einkommen Arbeitsanreize schaffen."

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