Werbung

OECD-Prognose: USA im Aufschwung - Deutschland und Frankreich schwächeln

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr merklich angehoben. (JEAN AYISSI)
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr merklich angehoben. (JEAN AYISSI)

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr merklich angehoben. Der Optimismus geht vor allem auf eine starke wirtschaftliche Entwicklung der USA zurück, während Deutschland und Frankreich die Wachstumserwartungen der Eurozone drücken, wie die Organisation mit Sitz in Paris am Montag mitteilte. Risiken sehen die Experten vor allem durch möglicherweise anhaltende Angriffe der Huthi-Rebellen auf Frachtschiffe im Roten Meer.

Der Prognose zufolge dürfte die Wirtschaftsleistung weltweit 2024 um 2,9 Prozent wachsen. Im November war die OECD noch von 2,7 Prozent ausgegangen. Einen besonders großen Sprung machte die US-Prognose: von 1,5 Prozent im November auf nun 2,1 Prozent. Die Experten verweisen auf die gute Konsumlaune und den stabilen US-Arbeitsmarkt. Außerdem erwarten sie einen deutlich schnelleren Rückgang der Inflation als noch im November.

Die beiden größten Volkswirtschaften der EU und der Eurozone hängen hingegen hinterher. Für Deutschland halbierte sich die OECD-Wachstumsprognose von 0,6 auf 0,3 Prozent, für Frankreich reduzierte sie sich um 0,2 Prozentpunkte auf 0,6 Prozent. Daraus folgt für die gesamte EU ein erwartetes Wachstum von nur 0,6 Prozent - 0,3 Prozentpunkte weniger als im November. Die Prognosen für Großbritannien, China und Japan blieben unverändert.

Die insgesamt verbesserte Lage der Weltwirtschaft führt die OECD vor allem auf den klaren Rückgang der Inflation und die in der Folge zu erwartenden Zinssenkungen der Zentralbanken zurück. Diese Entwicklung sei jedoch durch die Eskalation im Roten Meer und allgemein in Nahost bedroht, erklärte sie. Reedereien meiden derzeit die Passage der wichtigen Seehandelsroute und umfahren Afrika stattdessen südlich am Kap der Guten Hoffnung, was sich auf die Preise für den Seetransport und schließlich die Waren auswirkt.

"Wenn er sich als anhaltend erweist", könnte der Anstieg der Schifffahrtkosten die Inflation im Jahr 2024 in den Industrieländern um 0,4 Prozentpunkte steigen lassen, heißt es im Quartalsbericht der OECD. Eine Ausweitung des Nahostkonflikts könnte zudem den Welthandel und die Energieversorgung und damit das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen.

pe/jm