Ohne "Z": Japanische Airline ändert Logo wegen Russland

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Mit Russland hat die Airline Zipair eigentlich nicht viel zu tun. Doch weil das Logo einem Kriegs-Symbol zu ähnlich sah, kriegen die japanischen Flieger nun ein komplett neues Design.

Ein Passagierflugzeug der Zipair beim Start.
Die junge Fluglinie Zipair wurde erst 2018 gegründet. (Bild: Getty)

Die Fluggesellschaft Zipair ist eine Tochter von Japan Airlines (JAL) und ein Versuch, ins Billigfluggeschäft einzutreten. Doch die Pandemie erschwerte den für 2020 geplanten Einstieg. Erst am 3. Juni 2020 hob der erste Zipair-Flug von Tokio nach Bangkok ab. Inzwischen hat die Flotte immerhin zehn Flugzeuge, doch sie alle müssen nun bereits überholt werden. Grund dafür sind aber keine technischen Mängel, sondern die weltpolitische Lage.

Der schwierige Buchstabe

Denn auf der Heckflosse der Flieger prangt ein großes "Z". Obwohl es natürlich für den ersten Buchstaben des Wortes Zipair stehen soll, hat es mittlerweile eine ganz andere Bedeutung erhalten. Denn russische Truppen verwenden den Buchstaben als Erkennungsmerkmal. Durch die Invasion der Ukraine im Februar wurde das "Z" plötzlich zum Symbol eines unrechtmäßigen Angriffskrieges.

Davon will sich die japanische Airline distanzieren und präsentierte nun das Re-Design. Statt des belasteten Buchstabens findet sich nun ein geometrisches Streifenmuster auf der Heckflosse. Das Design wurde am 18. Juni vorgestellt, Anlass war eine neue Flugroute von Tokio ins kalifornische San Jose.

Die Airline veröffentlichte nun das neue Design ihrer Flugzeuge. (Quelle: Zipair)
Die Airline veröffentlichte nun das neue Design ihrer Flugzeuge. (Quelle: Zipair)

Schon zuvor habe man ein Re-Design geplant, doch nun hätten sich immer wieder Kund*innen bei ihnen über das Logo beschwert, sagte Shingo Nishida, der Präsident von Zipair auf der Pressekonferenz. Das neue Design sollte ursprünglich den Beginn der Post-Corona Ära einläuten.

Neues Logo, neue Route

Der Buchstabe sorgt seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs immer wieder für Irritationen. Er ist auf Uniformen und Panzern der russischen Armee zu sehen, wird aber auch symbolisch zum Zeichen der Unterstützung von Putins Politik verwendet. So wurde der russische Turner Ivan Kuliak für ein Jahr gesperrt, weil er sich bei der Weltmeisterschaft im März ein "Z" auf den Turnanzug geklebt hatte.

Ähnliche Vermutungen will Nishida beim "Z" auf seiner Flotte vermeiden. "Ich glaube, Leute könnten daran denken, wenn sie es ohne Erklärung sehen," sagte er auf der Pressekonferenz. Übergangsweise werden die Heckflossen nun mit Folie überklebt, ab Dezember werden sie dann nach und nach permanent im neuen Design übermalt. Dann soll auch die neue Zipair-Route zwischen Japan und Kalifornien in Betrieb genommen werden.

Im Video: Russischer Turner schockiert mit Kriegssymbol "Z" auf der Brust

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