Olympisches Dorf für Paris 2024: Debatte über Klimaanlagen

Der angestrebte Verzicht auf Klimaanlagen im Olympischen Dorf für die Sommerspiele 2024 in Paris (26. Juli bis 11. August) ruft offenbar zunehmend Kritiker auf den Plan. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete am Dienstag unter Berufung auf Quellen bei internationalen Verbänden und in Athletenkreisen über wachsende Widerstände gegen das Bauvorhaben der Olympia-Organisatoren.

Demnach berichtete ein hochrangiger Funktionär, der nicht genannt werden sollte, über Bemühungen mehrerer Verbände um klimatisierte Ausweichquartiere für ihre Aktiven. "Das Befinden der Athleten auch im Falle einer Hitzewelle ist immer noch nicht berücksichtigt worden. Wenn es so weitergeht, wird das Dorf leer sein", wurde der Mann zitiert.

Die französischen Macher haben für die Spiele Klimaneutralität versprochen. Die Einsparung von Emissionen durch Klimaanlagen im Athletendorf, in dem rund 14.000 Akkreditierte in St. Denis Quartier beziehen sollen, ist weiterhin als wichtiger Beitrag dazu vorgesehen.

Auf einer Pressekonferenz rechtfertigte der zuständige Bauleiter Nicolas Ferrand die Pläne. "In den Zimmern, die wir bauen, wird es immer sechs Grad kühler als außerhalb der Räume sein", sagte Ferrand, betonte aber Flexibilität: "Wenn das Organisationskomitee später Klimaanlagen verlangt, wird es Klimaanlagen geben, auch wenn das den ökologischen Fußabdruck der Spiele beeinträchtigen würde."

Skeptikern ist der von Ferrand in Aussicht gestellte Temperaturunterschied im Extremfall zu gering. "Man muss sich einmal mehrere Tage in Räumen bei 34 Grad vorstellen, wenn es draußen 40 Grad sind. Es ist verrückt, dass ein solches Szenario immer noch zu keinen Planänderungen geführt hat", klagte der anonyme Sportfunktionär.

Die Olympia-Organisatoren suchen allerdings schon nach Alternativen zum umweltschädlichen Einsatz von Klimaanlagen. Angeblich soll inzwischen die Nutzung von Bodenventilatoren eine Option sein. Es sei jedenfalls eine Lösung in Arbeit, hieß es.